Amazon bedient sich…

Amazon in Deutschland bedient sich skrupellos auf dem europäischen Arbeitsmarkt – das zeigt die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert! – Leiharbeiter bei Amazon„. Leiharbeiter besonders aus den krisengeschüttelten europäischen Ländern wurden und werden angeheuert, um in Deutschland zu Dumpinglöhnen und einquartiert wie die Hühner die Profite des Online-Händlers zu maximieren.

 

Die extensive Nutzung der Leiharbeit durch Amazon ist durchaus gesetzeskonform – wenn sich jetzt allenthalben Empörung und Zorn über die gezeigten Ausbeutungsmethoden regen, sollte das nicht unterschlagen werden. Verdi-Frankfurt hat eine (sehr zurückhaltende) Petion an Amazon gerichtet, damit der Konzern Leiharbeiter besser stellt. Amazon seinerseits ist auch nicht faul, sondern hält seine Festangestellten an, sich mit positiven „Kunden“einträgen via facebook gegen den öffentlichen Protest zu stemmen.

 

Dass auch die Arbeitsbedingungen der fest Angestellten bei Amazon alles andere als rosig sind, wird immer wieder ruchbar. Im vergangenen Sommer berichtete z.B. die Presse in Augsburg über extremen Arbeitsdruck und scharfe Überwachung des dortigen Logistikzentrums.

 

Der aktuelle Skandal bei Amazon verweist einmal mehr darauf, dass der gesamte online-Handel genauso wie die zuliefernden und die nachfolgenden Paketdienstleister  ihre Beschäftigten unter höchst fragwürdigen Bedingungen schuften lassen. Bei geringem Organisationsgrad und kaum vorhandenen Betriebsräten haben die Unternehmensführungen in dieser Branche ein leichtes Spiel… auch wenn es, wie im vorliegenden Fall, auffliegt.