DHL Türkei baut gelbe Gewerkschaft auf

Die Deutsche Post – DHL in der Türkei hat schon in der Vergangenheit auf unrühmliche Weise von sich reden gemacht (work-watch berichtete). Am 24. Mai erklärte die türkische Gewerkschaft Tümtis, DHL sei mittlerweile dazu übergegangen, mit einer eigens gegründeten „gelben“ Gewerkschaft die Beschäftigten in Istanbul und Gebze zwangsweise zu organisieren. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber würde diese „Gewerkschaft“ Arbeitnehmer einschüchtern und bedrohen, um Tümtis im Betrieb auszuschalten.

 

In Istanbul und Gebze, einer Industriestadt am Marmarameer, demonstrieren Gewerkschafter von Tümtis Tag für Tag seit fast einem Jahr gegen die Entlassung von 36 ihrer Mitglieder. Bei einem Treffen der „gelben“ Gewerkschaftsvertreter mit ihren Chefs von DHL in Gebze am 23.5. 2013 verletzten die Funktionäre dieser Organisation ein Mitglied von Tümtis mit dem PKW, als sie aufs Betriebsgelände fuhren. Die von DHL hinzugerufene Polizei verhaftete nicht etwa die Täter, sondern 7 Mitglieder von Tümtis.

 

Bereits im März hatten drei internationale Gewerkschaften, unter ihnen die ITF, die Internationale Transportarbeiter Förderation, gegen die Methoden von DHL protestiert. Jetzt wird, so eine Mitteilung, der Protest auch auf die Konzernzentrale in Deutschland ausgeweitet. ITF berichtet ausführlich von den Plänen. Die Internationale Internetplattform LabourStart bringt weitere Hintergrundberichte.