Maredo drückt sich

Gewalttätig waren die Methoden, mit denen die Steakhauskette Maredo in der Frankfurter Fressgass eine ganze Filialbelegschaft um Lohn und Brot brachte (work-watch berichtete).

Nach langen Streitereien vor Gericht gegen die Massenkündigung in Frankfurt einigten sich die Kontrahenten im August 2013 auf einen Vergleich, Schweigepflicht über alle Einzelheiten inklusive. Grund, sich auf den Vergleich einzulassen, war die Drohung des zuständigen Arbeitsgerichts, es würde allen Verdachts- und Bagatellkündigungen zustimmen – obwohl die Grenzen für solche Willkürkündigungen, nämlich im Falle der Kassiererin „Emely“, vor zwei Jahren höchstrichterlich etwas enger gezogen wurden.

Angesicht der vom Frankfurter Arbeitsgericht angedrohten Zustimmungen zu den Kündigungen, selbst der Betriebsräte, hatten die Beschäftigten den Vergleich akzeptiert.

Nun stellt sich heraus, dass selbst dieser Vergleich von Maredo noch unterlaufen wird: bis Ende September war noch kein einziger Cent der vereinbarten Abfindungszahlungen auf irgendeinem Konto der ehemaligen Mitarbeiter gelandet. Das berichtet das Maredo-Solidaritätskomittee und bereitet neue Protesten gegen die Fresskönige des Konzern vor. Fünf Beschäftigte, die mit einem eigenen Anwalt gegen ihre Kündigungen prozessierten, sollen darüberhinaus ohne jede Abfindung aus dem Betrieb ausscheiden. Maredo scheint darauf zu hoffen, dass der Imageschaden, der durch ihre rabiate Kündigungspolitik und die Solidaritätswelle für die Gekündigten entstanden war, bereits wieder in Vergessenheit geraten ist.