Elbe Kliniken: Work Watch kooperiert mit Einbrechern?

(gk) Reaktionen auf unsere Beiträge gibt es häufig: Oft zustimmend-positive von anderen Beschäftigten, bisweilen auch empört-echauffierte von Geschäftsführern, Personalchefs oder „gelben“, d.h. arbeitgeberfreundlichen Betriebsräten. Nach dem Motto: „Getroffene Hunde bellen“ teilen letztere manchmal gerne aus und werfen mit Vorwürfen an work-watch um sich: Angeblich schlechte Recherche, Einseitigkeit, Beleidigung, usw.  Neu ist, dass nun zum ersten Mal unterstellt wird, work watch sei über einen Einbruch an vertrauliche Dokumente gekommen, veröffentlicht im Artikel: „Elbe Klinken: Abzocke & Niedriglöhne“.

 

Anfang August, so heißt es im Stader Tageblatt vom 23.9.2016, sei der im work-watch Beitrag in Auszügen veröffentlichte Geschäftsführervertrag aus dem Personalbüro der Elbe Kliniken gestohlen worden:

 

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Wolfgang Stephan, Verfasser dieses Artikels und Chefredakteur der Zeitung, hielt es leider nicht für nötig, bei work-watch nachzufragen. Sonst hätte er erfahren können, dass uns die Dokumente schon seit Frühjahr dieses Jahres vorliegen und gar nicht aus diesem Einbruch stammen können.

 

Eine weitere Behauptung, die von der Lokalpresse – in diesem Fall dem Wochenblatt – mit einer einfachen Recherche hätte widerlegt werden können: Natürlich gibt es die Möglichkeit, auf die Veröffentlichungen von work-watch zu reagieren. Wir haben eine Post- und E-Mailadresse. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Kai Holm behauptet zudem, Mails von Belegschaftsmitgliedern, die gegenüber work-watch „Positives berichten möchten“, blieben „unbeantwortet“. An uns ist als Reaktion auf unseren Blog-Beitrag vom 31.August – außer einer Mail seiner Ehefrau – keine „positive“ Nachricht geschickt worden. Im Gegenteil: Wir haben weitere Zuschriften bekommen, die sich kritisch zu den Arbeitsbedingungen bei den Elbekliniken äußern.

 

Kurzum: Die Lokalpresse zitiert zwar allerhand Mutmaßungen derjenigen, die bei den Elbe Kliniken in die Kritik geraten sind, nicht aber die konkreten Gehaltszahlen des Geschäftsführers. Dass es bei dem Konflikt nicht um eine „Neiddebatte enttäuschter Mitarbeiter“ geht, unterstreicht auch der Grünen-Kreistagsabgeordnete Ulrich Hemke. Seine Fraktion hat jetzt einen Antrag auf die  Neuzusammensetzung des Aufsichtsrates der Elbe Kliniken gestellt, die mehr Fraktionen als die der CDU & SPD berücksichtigen soll. Dann würde dort voraussichtlich ein anderer Wind wehen. „Wir haben ein anderes Verständnis unserer Mitarbeit in einem solchen Gremium als zum Beispiel die Aufsichtsräte von VW und Deutscher Bank“, so Ulrich Hemke. „Wir wollen vor allem der Verantwortung gegenüber den Patienten und den Beschäftigten gerecht werden und die offenkundigen Missstände nach Möglichkeit beseitigen“. Ob die bisher im Aufsichtsrat vertretenen Fraktionen dem Antrag zustimmen und so für mehr Transparenz sorgen, bleibt abzuwarten.

 

Gemäß der Rückmeldungen unserer Quellen haben die oben aus der Presse zitierten Behauptungen und die Diffamierung in einem „offenen Brief“ des Betriebsratsvorsitzenden Holm, bei work-watch handele es sich um eine „obskure Organisation“, bei der Belegschaft keinen großen Eindruck hinterlassen. Bei ihnen sei vielmehr angekommen, „dass sie schuften müssen, während andere absahnen“. Weitere Beschäftigte sind in den vergangenen Wochen der Dienstleistungsgewerkschaft verdi beigetreten, um die Position der Arbeitnehmerinnnen und Arbeitnehmer bei den Elbe Klinken gegenüber Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu stärken.