Erneut Protest gegen Seminar von Schreiner in München!

Münchner GewerkschafterInnen rufen für den 25.11. 2014 zu einem weiteren Protest gegen ein Seminar des Unrechtsanwalts Schreiner auf. Hier ihr Flugblatt:

 

Hier lernen Chefs, wie sie Angestellte fertig machen! Unionbusting-Seminare im Hotel Dorint und Mövenpick verhindern!

+++ „Die Kündigung von ,Low Performern‘“ +++ „So flexibilisieren Sie Ihre Arbeitsverhältnisse“ ++ + „So werden sie ihren Betriebsrat los“ +++ Damit bewirbt die Anwaltskanzlei Schreiner & Partner bundesweit ihre Schulungsseminare für
ArbeitgeberInnen, PersonalerInnen und leitende Angestellte. Dort bringen ihnen die JuristInnen bei, wie sie gegen BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen vorgehen und die Rechte Ihrer Beschäftigten aushebeln können.
Im November veranstaltet Schreiner&Partner wieder einmal mehrere solcher Praxisseminare in den Hotels Dorint Airport und Mövenpick in Freising. Hier soll ein ganzes Repertoire an Methoden vermittelt werden, um ArbeitnehmerInnen zu drangsalieren und
Betriebsräte anzugreifen – wie einige Beispiele aus dem Seminarplan zeigen:
· „Krankheit und Fehlverhalten als Kündigungsgrund“
· „So gestalten Sie kreativ Kündigungsgründe“
· „Lohnkürzungen durch betriebsbedingte Änderungskündigung“
· „Wie löse ich einen bestehenden Betriebsrat auf?“
· „Anti-Gewerkschaftsstrategie: So reduzieren Sie den Einfluss von Gewerkschaften im Betrieb“
Die Masche ist klar: Arbeitsrecht biegen, ArbeiterInnen bespitzeln, gezielt mobben, Solidarität unter den Beschäftigten bekämpfen. Es
gibt zahlreiche Fälle, in denen Unternehmen gezielt Psychoterror gegen Angestellte und BetriebsrätInnen ausübten. Dabei ist ein
Betriebsrat gesetzlich verankert und demokratisch gewählt, um die Angestellten im Betrieb gegenüber den ArbeitgeberInnen zu vertreten. Es ist das Recht aller Lohnabhängigen, sich in Gewerkschaften für ihre Interessen zu organisieren. Was Schreiner&Partner schult, ist der gezielte Angriff auf die Rechte von Beschäftigten!
Auf der Abschussliste stehen ArbeitnehmerInnen auch, wenn sie zu wenig Leistung bringen können („Low Performer“). Wenn ein Angestellter schwer erkrankt, ist das im Jargon von Schreiner&Partner „störendes Arbeitnehmerverhalten“. Dagegen empfiehlt die Kanzlei den Einsatz von Privatdetektiven, Videoüberwachung und Datenschnüffelei, um Beschäftigte kostengünstig loszuwerden. Der Journalist Günter Wallraff hat aufgedeckt, dass eine Referentin sogar vorschlug, den Vorwurf der sexuellen Belästigung zu konstruieren, um leichter kündigen zu können! (siehe Günter Wallraffs Buch „Aus der schönen neuen Welt“, Köln 2012)
Angesichts solcher kriminellen Methoden wird es gerade in Zeiten massiven Sozialabbaus, zunehmend unsicherer Arbeitsplätze (befristete Verträge, Zeitarbeit usw.) Lohndumping und Entlassungen immer wichtiger sich gewerkschaftlich zu organisieren. Nur gemeinsam sind wir stark und können die Verschlechterungen unserer Arbeits- und Lebensbedingungen abschmettern.

Daher: fristlose Kündigung für Schreiner & Partner und ihre Methoden!

Kundgebung am 25.11.14 ab 09.00 Uhr vor dem Dorint Hotel Airport München (Nähe Freising BHF), Dr.-von-Daller-Str. 1-3, Freising

 

Offener Gewerkschafts-Stammtisch München, GewerkStammtischMuc@nullyahoo.de, (Jeden 4. Donnerstag im Eine-Welt-Haus/Weltwirtschaft, Schwanthalerstr. 80, U4/5, Theresienwiese ab 19 Uhr)
und Münchner Gewerkschaftslinke V.i.S.d.P.: Christiaan Boissevain, Guldeinstrasse 35, 80339 München E.i.S.