Uniwell-Rohrsysteme: Schweres Gerät gegen BR-Wahl

Uni­well in Ebern, in der Nähe von Bam­berg, schützt Elek­tro­ka­bel mit spe­zi­el­len Rohr­sys­te­men. Die Auto­mo­bil­in­dus­trie, der Maschi­nen- und Anla­gen­bau gehö­ren zu den inter­na­tio­na­len Kun­den.  Wer sich für gewerk­schaft­li­che Rech­te ein­setzt, hat bei Uni­well aller­dings jeden Schutz ver­lo­ren. In der Vor­be­rei­tung einer erst­ma­li­gen Betriebs­rats­wahl hat das Unter­neh­men in den letz­ten drei Mona­ten bereits über sechs Mit­ar­bei­ter gefeu­ert. Ten­denz stei­gend. Kon­kret: bis ges­tern waren es zwölf, mitt­ler­wei­le sind es min­des­tens 14

 

Die ers­te stra­te­gi­sche Vari­an­te von Uni­well, einen Betriebs­rat zu ver­hin­dern, war nicht beson­ders ori­gi­nell. Bereits im Juli wur­de von der Fir­men­lei­tung ein „Per­so­nal­rat” instal­liert, berich­tet die IG Metall Bam­berg. Gesetz­lich defi­nier­te Rech­te hat so ein „Beleg­schafts­spre­cher­kreis” natür­lich nicht. Die Idee eines Inter­es­sen­ham­pel­mann ist recht alt, fin­det sich aber noch heu­te im Reper­toire ein­schlä­gi­ger Anwalts­kanz­lei­en, die Unter­neh­men bera­ten, wie sie erfolg­reich Betriebs­rä­te ver­hin­dern kön­nen.

Auch die zwei­te Stra­te­gie, die Betriebs­rats­wahl zu ver­hin­dern, durch Kün­di­gun­gen näm­lich, ist nicht beson­ders ori­gi­nell. Das Kal­kül ist: drauf­hau­en, bis die Getrof­fe­nen alles hin­schmei­ßen, sie wenn nötig abfin­den und dann in Ruhe wei­ter­ma­chen wie bis­her. Bei Uni­well aller­dings haben die Betrof­fe­nen mit­nich­ten auf­ge­ge­ben. Sie kla­gen gegen die Kün­di­gung. Außer­dem hat die IG Metall Bam­berg die Bestel­lung eines Wahl­vor­stan­des bean­tragt und für den 5. Okto­ber zu einer Demons­tra­ti­on auf dem Markt­platz von Ebern auf­ge­ru­fen. Dar­an betei­lig­ten sich 170 Men­schen, die sich mit den Beschäf­tig­ten und den mitt­ler­wei­le 12 Ent­las­se­nen von Uni­well soli­da­ri­sier­ten (Bericht der IGM; ein wei­te­rer Bericht zum Kon­flikt fin­det sich hier).

Am 17. Okto­ber ent­schied das Arbeits­ge­richt Schwein­furt über die Ein­rich­tung des bis­lang vom Unter­neh­men ver­hin­der­ten Wahl­vor­stands. Die Wahl fin­det nun am 12. Dezem­ber statt und wird jetzt im Betrieb vor­be­rei­tet — pein­lich, dass hier die Geschäfts­füh­rung erneut mit Kün­di­gun­gen ein­zu­grei­fen ver­sucht.

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