Kärchers Betriebsratsvorsitzender mit Hochdruck aus dem...

Seit 78 Jah­ren haben wir mit Gewerk­schaf­ten nichts am Hut”, erklär­te der Betriebs­rats­chef beim Her­stel­ler von Hoch­druck­rei­ni­gungs­ge­rä­ten Kärcher am Stamm­sitz Win­nen­den bei Stutt­gart. Hans-Jörg Zieg­ler ist da ganz offen, so viel Beken­ner­mut wäh­rend eines Güte­ter­mins vor dem Arbeits­ge­richt in Stutt­gart (Az: 22BV 13/13) am 15. April setzt schon eine ein­ge­fleisch­te gewerk­schafts­feind­li­che Über­zeu­gung vor­aus.

 

Die IG Metall hat­te gegen die Dau­er­ver­stö­ße des Unter­neh­mer-, par­don: Beleg­schafts­ver­tre­ters eine Kla­ge wegen Ver­let­zung der Pflich­ten aus dem Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz geklagt. Und der Vor­sit­zen­de des Betriebs­ra­tes bekam vom Arbeits­rich­ter auf dem Güte­ter­min auch deut­li­che Wor­te mit auf den Weg. Er käme „in schwie­ri­ges Fahr­was­ser”, wenn er nicht mache, was das Gesetz vor­schrei­be, z.B. die vier­tel­jähr­li­che Betriebs­ver­samm­lung.

 

Pikant ist die Blo­cka­de von Zieg­ler beson­ders des­halb, weil er als Kri­ti­ker des vor­ma­li­gen, eben­falls „gel­ben” Betriebs­rats­vor­sit­zen­den zur Wahl 2010 mit einer eige­nen Lis­te ange­tre­ten war. Die Lis­te ver­sprach mehr Trans­pa­renz. Und signa­li­sier­te Unter­stüt­zung für die For­de­rung in der Beleg­schaft, Kärcher aus dem tariflosen Zustand her­aus­zu­ho­len und damit die unter­ta­rif­li­chen Löh­ne im Unter­neh­men auf das 20 Pro­zent höhe­re Tarif­ni­veau anzu­he­ben. Aber kaum im Amt, ver­gaß der neue BR-Vor­sit­zen­de alle Schwü­re, es künf­tig bes­ser zu machen.

 

Die IG Metall for­dert jetzt den Rück­tritt des Vor­sit­zen­den und Neu­wah­len.