Rhenus Logistics AG in Mannheim...

Sebas­ti­an Cano ist Betriebs­rats­mit­glied bei Rhen­us Logistics Mann­heim, einer Nie­der­las­sung des Logis­tik­welt­kon­zerns Rhen­us mit 19.000 Beschäf­tig­ten. Im Logis­tik­zen­trum Mann­heim ver­such­te die Geschäfts­lei­tung, den ihnen miß­lie­bi­gen Inter­es­sen­ver­tre­ter seit Jah­ren mit Abmah­nun­gen und schließ­lich einer frist­lo­sen Kün­di­gung zu zer­mür­ben. Doch Sebas­ti­an Cano gewann 2012 sei­nen Kün­di­gungs­schutz­pro­zess — mit akti­ver Unter­stüt­zung von ver­di, die schon damals für Soli­da­ri­tät mit Cano warb. Die Fir­ma muss­te ihn wei­ter beschäf­ti­gen.
Aber Rhen­us mobbt wei­ter: Sebas­ti­an Cano wur­de zwar wie­der ein­ge­stellt, aber erneut an den­sel­ben unzu­mut­ba­ren Arbeits­platz, gegen den er sich bereits vor der Kün­di­gung gewehrt hat­te.

Am 26. April 2013 wur­de die Kla­ge von Sebas­ti­an Cano gegen die Abord­nung auf die­sen Arbeits­platz auf einem Güte­ter­min vom Mann­hei­mer Arbeits­ge­richt ver­han­delt — wie zu erwar­ten war, ohne Ergeb­nis. Trotz hef­ti­ger Kri­tik der Zuschau­er blieb das Unter­neh­men bei sei­ner Wei­ge­rung, dem Betriebs­rats­mit­glied einen zumut­ba­ren Arbeits­platz zur Ver­fü­gung zu stel­len (der Mann­hei­mer Mor­gen berich­te­te aus­führ­lich).

 

Die Betriebs­rats-Mehr­heit hat­te sich übri­gens bei der Ver­set­zung von Cano auf den schlech­ten Arbeits­platz erneut zum Hand­lan­ger der Geschäfts­lei­tung gemacht. Nach­dem sie schon 2010 sei­ner Kün­di­gung zustimm­te, bil­lig­te sie auch die Ver­set­zung.
Das ver­weist auf eine tie­fe Spal­tung im Betrieb. Sehr vie­le Gewerk­schafts­mit­glie­der gibt es nicht bei Rhen­us. Cano ist eines und setzt sich für bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen der Beschäf­tig­ten ein: für höhe­re Löh­ne, gegen zuneh­men­de Fle­xi­bi­li­sie­rung und für bes­se­ren Gesund­heits­schutz beim seit 2004 tarif­flüch­ti­gen Rhen­us-Kon­zern. Zugleich tritt er dafür ein, dass der Betriebs­rat end­lich sei­nen gesetz­li­chen Ver­pflich­tun­gen nach­kommt und die Per­so­nal­po­li­tik des Kon­zerns kri­tisch beleuch­tet und, wenn mög­lich und nötig, ihr wider­spricht. Damit ist er offen­bar sowohl Geschäfts­lei­tung wie Betriebs­rats-Mehr­heit ein Dorn im Auge.
Auf einer Betriebs­ver­samm­lung erklär­te die Geschäfts­lei­tung nun vor kur­zem, die Beleg­schaft kön­ne kei­ne Lohn­er­hö­hung erhal­ten, weil die Gerichts­pro­zes­se mit Betriebs­rats­mit­glied Cano bereits 80.000 Euro gekos­tet hät­ten. Herr Cano sei im Betriebs­rat nicht mehr län­ger trag­bar. Des­halb sei eine Neu­wahl des Betriebs­rats not­wen­dig – am bes­ten ohne Cano.
In Mann­heim hat sich ein Soli­da­ri­täts­ko­mi­tee gebil­det, dass gegen sol­che Ver­dre­hun­gen vor­geht und für Sebas­ti­an Cano prak­ti­sche Unter­stüt­zung orga­ni­siert:

Komi­tee „Soli­da­ri­tät gegen BR-Mob­bing!“
c/o Mar­tin Huhn, Lud­wig-Rich­ter-Str. 6, 68163 Mann­heim
E-Mail: solihelmut@nullweb.de Netz: http://www.gegen-br-mobbing.de

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