UPS Flughafen Köln/Bonn im...

Die Geschäfts­lei­tung von UPS am Flug­ha­fen Köln/Bonn arbei­tet seit eini­ger Zeit sys­te­ma­tisch dar­an, die bevor­ste­hen­den Betriebs­rats­wah­len 2014 zu ihren Guns­ten zu ent­schei­den. So wur­den meh­re­re Mit­ar­bei­ter der „Labour Rela­ti­ons” Abtei­lung, unter ihnen ein aus­ge­bil­de­ter Voll­ju­rist, von ihren jewei­li­gen Arbeits­plät­zen abge­zo­gen und „basis­nah” u.a. in die Sor­tier­hal­le ver­setzt. Dort ver­su­chen die Mana­ger, Mit­ar­bei­ter für eine arbeit­ge­ber­na­he Betriebs­rats­ar­beit zu gewin­nen.

 

Die Aus­ein­an­der­set­zung bei UPS am Flug­ha­fen Köln/Bonn spitzt sich des­halb zu, weil die gewerk­schaft­li­chen Betriebs­rä­te die unzu­rei­chen­den Arbeits­be­din­gun­gen und Lohn­zah­lun­gen nicht mehr hin­neh­men wol­len. Die arbeit­ge­ber­na­he Frak­ti­on im Betriebs­rat, die UPS ger­ne aus­bau­en möch­te, blo­ckiert jedoch Ver­bes­se­run­gen.

 

* So kann UPS der­zeit noch den Arbeits­schutz und die Arbeits­si­cher­heit auf unters­tem Niveau hal­ten. Statt nach Gefähr­dungs­po­ten­tia­len zu suchen und ihre Quel­len abzu­stel­len, beschränkt sich das Unter­neh­men in Köln/Bonn dar­auf, Mit­ar­bei­tern Schutz­maß­nah­men vor­zu­schla­gen. Zum Bei­spiel wer­den über­al­ter­te, die­sel­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge auf dem Roll­feld und in der Hal­le nicht ersetzt, son­dern kön­nen krebs­er­re­gen­de Abga­se wei­ter­hin frei­set­zen. Alter­na­ti­ven aber sind vor­han­den: Elek­tro­fahr­zeu­ge ohne jeg­li­che Emis­sio­nen. Aber eine „Schutz„maske vor’m Gesicht ist natür­lich bil­li­ger…

 

* Außer­dem wird der Grund­satz „Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit” sys­te­ma­tisch ver­letzt: Neu ein­ge­stell­te Mit­ar­bei­ter ver­die­nen für die glei­che Arbeit 1,43 € weni­ger als ihre Kol­le­gen neben ihnen.

 

 

Arbeit­ge­ber­na­he Betriebs­rä­te, die eine sol­che Pra­xis abseg­nen, sind bares Geld für ein Unter­neh­men. UPS schreckt vor mög­li­cher­wei­se straf­recht­lich rele­van­ten Mani­pu­la­tio­nen nicht zurück, damit ihre Ver­tre­ter im Betriebs­rat gestärkt wer­den und ihnen nach der nächs­ten Wahl womög­lich sogar eine Mehr­heit zufällt. Eine sol­che Beein­flus­sung kann nach dem Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz ein straf­recht­li­ches Delikt dar­stel­len (§ 119). Denn Betriebs­rä­te sind Orga­ne der Beleg­schaft, nicht des Arbeit­ge­bers. Er hat sich jeg­li­cher Beein­flus­sung der Wah­len wie auch ein­zel­ner Betriebs­rä­te zu ent­hal­ten.

 

 

Eine ver­gleich­ba­re Beein­flus­sung hat es übri­gens auch vor der Betriebs­rats­wahl 2010 gege­ben. Drei arbeit­ge­ber­na­he Wahl­lis­ten wur­den damals auf­ge­stellt und ent­sand­ten schließ­lich 9 Mit­glie­der in den 19-köp­fi­gen Betriebs­rat. Alle 9 Mit­glie­der wur­den in der Fol­ge­zeit mit Höher­grup­pie­run­gen, Beför­de­run­gen und Gehalts­auf­sto­ckun­gen bedacht. Ganz im Gegen­satz zu den 10 Mit­glie­dern der gewerk­schaft­li­chen Betriebs­rats­mehr­heit. Gegen sie ging die Geschäfts­lei­tung, nament­lich die „Labour Rela­ti­ons” Abtei­lung, mit min­des­tens 20 Abmah­nun­gen und zwei Kün­di­gun­gen vor, die aller­dings von den Arbeits­ge­rich­ten abge­wie­sen wur­den.

 

Die „Labour Rela­ti­on” Abtei­lung führt seit­dem „ihre” Frak­ti­on im Betriebs­rat durch Frak­ti­ons­sit­zun­gen, Vor­schlä­ge und Anwei­sun­gen, wie work-watch Anfang 2013 berich­te­te.