München-Freising: Anti-Betriebsrat-Seminar gestört

Von indy­me­dia über­neh­men wir einen Bericht über die Akti­on gegen ein Schrei­ner-Semi­nar in Sachen Betriebs­rats-Stö­rung (https://linksunten.indymedia.org/de/node/128206):

 

Wie­der mal ver­an­stal­te­te die ein­schlä­gig bekann­te Anwalts­kanz­lei Schrei­ner am 25.11. eines ihrer Anti-Betriebs­rat-Semi­na­re im Dorint Hotel Frei­sing bei Mün­chen. Und auch dies­mal wie­der nicht ohne laut­star­ken Pro­test von Gewerk­schafts­ak­ti­vis­ten vor der Haus­tür. Solan­ge bis Schluss ist mit den Schrei­ner-Semi­na­ren!

 

Anwalt Mar­kus Vogt von der Kanz­lei Schreiner&Partner schul­te ges­tern Unter­neh­mens­chefs und Per­so­na­ler mie­se Tricks im Umgang mit kämp­fe­ri­schen Betriebs­rä­ten. Auf dem Semi­nar­plan stand unter ande­rem: Aus­schluss aus dem Betriebs­rat und Auf­lö­sung des Betriebs­rats. Alles im Diens­te der maxi­ma­len und rei­bungs­lo­sen Aus­beu­tung der Beschäf­tig­ten. Die bun­des­weit agie­ren­de Kanz­lei Schreiner&Partner ist einer der am offen­sivs­ten auf­tre­ten­den Uni­on­bus­ting-Dienst­leis­ter in Deutsch­land, die Stra­te­gi­en gegen miss­lie­bi­ge oder kämp­fe­ri­sche Lohn­ab­hän­gi­ge zum Geschäft gemacht haben. Ihre Pra­xis-Semi­na­re wer­den bewor­ben mit robus­ten Ver­spre­chen wie „Die Kün­di­gung von Low Per­for­mern“, „So fle­xi­bi­li­sie­ren Sie Ihre Arbeits­ver­hält­nis­se“, „Krank­heit als Kün­di­gungs­grund“, „So gestal­ten Sie krea­tiv Kün­di­gungs­grün­de“ etc.

Ges­tern aller­dings im Hotel Dorint wur­de die Semi­nar-Atmo­sphä­re wie­der gestört mit jeder Men­ge Lärm durch „Schrei­ner raus“-Slogans und Tril­ler­pfei­fen-Kon­zert vor den Fens­tern. In Rede­bei­trä­gen spra­chen Akti­vis­ten Schreiner&Partner die frist­lo­se Kün­di­gung aus für ihre Schu­lun­gen in Frei­sing und Mün­chen. Dau­er­be­schal­lung und Flug­blät­ter („Hier ler­nen Chefs, wie sie Ange­stell­te fer­tig machen“) infor­mier­ten Pas­san­tIn­nen, Hotel­an­ge­stell­te, Über­nach­tungs­gäs­te und ein­quar­tier­te Ste­war­des­sen über die Kün­di­gungs­se­mi­na­re. Der Zuspruch für die Akti­on war erneut gut. Es stell­te sich näm­lich raus, dass am sel­ben Tag dort qua­si Tür an Tür von einer ande­ren Fir­ma auch ein Semi­nar für Betriebs­rä­tIn­nen statt­fand. Die Kol­le­gIn­nen, die dar­an teil­nah­men, inter­es­sier­ten sich sehr für unse­re Flug­blät­ter. Für Unter­hal­tung sorg­te ein geschleck­ter Anzug-Typ von Schreiner&Partner, der die Akti­on wie schon beim letz­ten Mal ner­vös beob­ach­te­te, und kom­plett aus der Rol­le fiel. Er ver­such­te ein paar mal gegen die Rede­bei­trä­ge hilf­los irgend­was von „Betriebs­ver­fas­sungs­recht“ rein­zu­plär­ren… 🙂 Ja, schon klar, Drecks­aus­beu­ter, halts Maul. Wir sehen uns wie­der..

Unser Ziel bleibt: der Kanz­lei Schrei­ner, die in Mün­chen auch eine Reprä­sen­tanz unter­hält, ihre Semi­nar­räu­me in der Regi­on zu neh­men. Indem wir immer wie­der Ärger vor dem Hotel Dorint machen  — bis das Hotel nicht mehr an Schrei­ner ver­mie­tet.”