Neues aus der Paketbranche

16. November 2014

 

Work-watch begleitet seit Anfang seines Bestehens, also seit nunmehr fast drei Jahren Paketfahrer und Subunternehmer von Paketkonzernen in ihren Konflikten mit ihren Auftraggebern. Die Branche lädt, je nach Konzern, einen erheblichen oder den größten Teil der eigentlichen Tätigkeit auf Subunternehmer ab. Das heißt, die Subunternehmer und die von ihnen angestellten Fahrer liefern für geringe Löhne und niedrige Gewinnmargen die Pakete aus. Häufig reicht es für Fahrer wie Subs gerade so zum Überleben, hunderte Subunternehmer sind schon ruiniert worden, Fahrer werden aufgrund ständiger überlanger Arbeitszeiten im wahrsten Sinne ausgelaugt. Den beauftragenden Konzernen verschafft dieses System Millionen- und Milliardengewinne.

 

Lohndumping und Profitmaxismierung sind die beiden Seiten der Medaille. Obwohl mit den schlimmsten Auswüchsen der Lohndrückerei Anfang 2015 Schluss sein soll – der Mindestlohn wird Gesetz – muss bezweifelt werden, ob sich in der Branche die Zustände wirklich verbessern.

 

Work-watch wird in den kommenden Wochen Berichte veröffentlichen und über Hintergründe informieren, um wenigstens die gesetzlich versprochenen, wenn auch kümmerlichen 8,50 Euro pro Stunde durchsetzen zu helfen. Gelingen wird das nur, wenn die Schlupflöcher, die sich die Paketkonzerne jetzt schon bohren, um ihr System zu erhalten, versperrt werden. Und das heißt: der Widerstand der Betroffenen muss organisiert und die Öffentlichkeit gegen solche Methoden mobilisiert werden. Wenn nötig, muss auch der Gang zum Gericht unterstützt werden.

 

In diesem Sinne bitten wir um Eure und Ihre Mitarbeit!