Die Lastenträger — Lesung in Hamburg

Ein­la­dung zum 124. Jour Fixe am Mitt­woch, 7. Janu­ar 2015 um 18 Uhr 30 im Curio­haus, Rothen­baum­chaus­see 115 (Hof­durch­gang)

Die Las­ten­trä­ger

Unser Refe­rent, Albrecht Kie­ser aus Köln, einer der Auto­ren des gera­de erschie­ne­nen Buches „Die Las­ten­trä­ger” beschreibt auf unse­rer Ver­an­stal­tung:
Wie die Arbei­te­rIn­nen­klas­se neu zusam­men­ge­setzt wird, ent­spre­chend den Bedürf­nis­sen des Kapi­tals
Wie ein mas­sen­haf­tes Pre­ka­ri­at geschaf­fen wird
Er gibt eine Dar­stel­lung und poli­ti­sche Bewer­tung die­ses Pro­zes­ses.

Anhand des Buches nennt er Akteu­re, Metho­den und gibt Bei­spie­le:
Ama­zon
Zalan­do
Home-Ins­te­ad (Fran­chise-Pfle­ge­dienst)
Werk­ver­träg­ler bei Daim­ler
Werk­ver­träg­ler bei Groß­schla­che­rei Tön­nies
Solo­selb­stän­di­ge Hand­wer­ker im Inter­net
Tru­cker

Es sind Fir­men und Per­so­nen, die fuer die­sen Pro­zessŸ ste­hen. Die mues­sen benannt wer­den. Damit Wider­stand orga­ni­siert wer­den kann.
Es reicht nicht, von kapi­ta­lis­ti­schen Verha­elt­nis­sen zu reden, die beka­empft wer­den mues­sen.

Kol­le­gIn­nen aus  Fir­men schil­dern die Arbeit dort. Sie gebrau­chen die Wor­te „Robo­ter, Skla­ven­ar­beit”. Eben­so wer­den Betrof­fe­ne inter­viewt.

Was Albrecht Kie­ser und die ande­ren Auto­rIn­nen (dar­un­ter auch die uns als Refe­ren­tin bei einem Jour Fixe bekann­te Katha­ri­na Wese­nick) schil­dern, ist alles legal in die­sem „unse­ren” Lan­de. Es ist gewollt von Staat und Kapi­tal.
1973 hat die SPD-Regie­rung das Leih­ar­beits­ver­bot auf­ge­ho­ben. Danach wur­de die Mög­lich­keit von Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­gen von allen Regie­run­gen aus­ge­wei­tet.
In den Jah­ren 2003 und 2004 führ­te wie­der­um eine SPD-Regie­rung (zusam­men mit den Grü­nen) die Hartz I-IV Ver­elen­dungs-Geset­ze ein, jeweils mit Unter­stüt­zung der DGB-Gewerk­schaf­ten, die in Auf­op­fe­rung für das wirt­schaft­li­che Gesamt­wohl und im Sin­ne ihres unauf­heb­ba­ren Glau­bens­sat­zes han­del­ten, der Sozi­al­part­ner­schaft.
Opfer sind die Arbeit„nehmer” in Deutsch­land!

Akti­vis­tIn­nen in den Betrie­ben, die Wider­stand orga­ni­sie­ren wol­len, z.B. durch den Auf­bau eines Betriebs­ra­tes oder indem sie Tarif­ver­trä­ge für den Betrieb anstre­ben, wer­den gemobbt oder ver­folgt, oft durch pro­fes­sio­nel­le Uni­on-Bus­ting-Fir­men (Anwalts­kanz­lei­en).

Unse­re Herr­schen­den und ihre Hel­fers­hel­fer in Par­tei­en und Medi­en reden von Leis­tungs­trä­gern und Ver­ant­wor­tungs­trä­gern in der Gesell­schaft, damit mei­nen sie in ers­ter Linie sich selbst. Die hier beschrie­be­nen Las­ten­trä­ger zäh­len bei ihnen nicht zu den Leis­tungs­trä­gern! Was die­se jedoch tag­täg­lich leis­ten und dafür noch von „Leis­tungs­trä­gern” und „Ver­ant­wor­tungs­trä­gern” bes­ten­falls über­se­hen wer­den, oft ver­ächt­li­che behan­delt wer­den, davon han­deln die Kapi­tel die­ses Buches.

Es stel­len sich die Fra­gen:
Wie kann Wider­stand orga­ni­siert wer­den?
Wie ist bis­her die Rol­le der Gewerk­schaf­ten in die­sem Pro­zeß der Neu­kon­sti­tu­ie­rung der Arbei­ter­klas­se?