Kündigung bei Expert Klein in Raunheim

Die Gewerk­schaft ver.di berich­tet über Angrif­fe auf Mit­ar­bei­ter des Medi­en­händ­lers Klein in sei­ner Filia­le in Raun­heim im hes­si­schen Kreis Groß-Gerau. Dort arbei­ten zwan­zig Beschäf­tig­te und wol­len einen Betriebs­rat auf­bau­en. Die Gewerk­schaft hat zu einer Ver­samm­lung ein­ge­la­den, um einen Wahl­vor­stand wäh­len zu las­sen. Die Ant­wort des Arbeit­ge­bers kam prompt: mitt­ler­wei­le vier Beschäf­tig­te wur­den ent­las­sen. Nach den ers­ten bei­den Ent­las­sun­gen erklär­te der zustän­di­ge Gewerk­schafts­se­kre­tär am 17.9. (die Orts­pres­se berich­tet):

Hat der Medi­en­händ­ler Expert Klein in Raun­heim pani­sche Angst vor der Mit­be­stim­mung der Beschäf­tig­ten? Die­se Fra­ge drängt sich auf, nach­dem kurz nach Ein­lei­tung der Betriebs­rats­wahl ges­tern zwei Beschäf­tig­te die Kün­di­gung erhiel­ten. Es sieht so aus, als ob die Geschäfts­füh­rung pro­phy­lak­tisch Per­so­nal in der Hoff­nung ent­lässt, damit die ver-meint­li­chen Ver­ant­wort­li­chen der demo­kra­ti­schen Wahl­in­itia­ti­ve viel­leicht zu „erwi-schen“ und die übri­ge Beleg­schaft ein­zu­schüch­tern.
Hin­ter­grund dürf­te sein, dass ver.di mit Schrei­ben vom 9. Sep­tem­ber 2015 die Geschäfts­füh­rung der Expert Klein GmbH in Bur­bach auf­for­der­te, die Ein­la­dungs­pla­ka­te zu einer ers­ten Wahl­ver­samm­lung am 24. Sep­tem­ber in der Filia­le Raun­heim aus­zu­hän­gen. Die Wahl eines Betriebs­ra­tes in einem Klein­be­trieb von bis zu 20 Beschäf­tig­ten läuft nach dem so genann­ten ver­ein­fach­ten Wahl­ver­fah­ren und führt, wenn es kei­ne Hin­der­nis­se sei­tens der Geschäfts­füh­rung gibt, zu einem rela­tiv raschen Wahl­ter­min eine Woche nach der ers­ten Wahl­ver­samm­lung.
Das nicht tarif­ge­bun­de­ne Unter­neh­men ist bekannt für sei­ne Aver­si­on gegen jeg­li­che betrieb­li­che Mit­be­stim­mung. Des­halb ist die Ein­lei­tung einer Betriebs­rats­wahl dort immer mit beson­de­ren Vor­sichts­maß­nah­men ver­bun­den.”

Der Arbeit­ge­ber wird jetzt von ver­schie­de­nen Sei­ten, u.a. von work-watch, auf­ge­for­dert, die Kün­di­gun­gen zurück­zu­neh­men. Es dürf­te nicht im Inter­es­se des Unter­neh­mens sein, wenn sei­ne Kun­din­nen und Kun­den sich wegen der­art rechts­brü­chi­ger Akti­vi­tä­ten sei­ne Filia­len mei­den.