ESD Sicherheitsdienst wirft...

Der ESD Sicher­heits­dienst, Mühl­dorf am Inn, wirft den Initia­to­ren der bevor­ste­hen­den Betriebs­rats­wahl Rai­ner B. raus. Das Land­rats­amt hat dem Wach­mann wäh­rend der Wahl­vor­be­rei­tun­gen plötz­lich die Dienst­taug­lich­keit ent­zo­gen, obwohl sie erst zwei Mona­te zuvor ver­län­gert wor­den war. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der Zeit­punkt — kurz vor der Wahl­ver­samm­lung – ist natür­lich bri­sant, sagt ver­di-Sekre­tär Flo­ri­an Pol­lok. Schließ­lich genie­ßen Wahl­vor­stän­de einen beson­de­ren Kün­di­gungs­schutz. Der Geschäfts­füh­rer Max Kam­mer­mei­er Juni­or ver­su­che zudem, die Betriebs­rats­wahl mas­siv zu beein­flus­sen, indem er mit lei­ten­den Ange­stell­ten in Objek­te fah­re und Mit­ar­bei­ter ein­schüch­te­re. Die Objekt­lei­ter sei­en wegen der Wahl sogar zu einem „Stra­te­gie­ge­spräch“ zusam­men­ge­ru­fen wor­den. „Behin­de­run­gen der Betriebs­rats­wahl sind straf­bar“, erklärt Pol­lok. Die Gewerk­schaft prü­fe eine Straf­an­zei­ge und wirft dem Land­rats­amt Vet­tern­wirt­schaft vor.

 

Tat­säch­lich zählt die ESD Sicher­heits­dienst GmbH mit knapp 600 Beschäf­tig­ten zu einem der größ­ten Sicher­heits­un­ter­neh­men in Ober­bay­ern. Zu den Kun­den gehö­ren unter ande­rem Ban­ken und Ver­si­che­run­gen, Rüs­tungs­kon­zer­ne, Flug­hä­fen, Behör­den und Pri­vat­haus­hal­te. Mit Abstand größ­ter Kun­de ist die Bun­des­wehr. An zwei­und­zwan­zig Stand­or­ten in Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg und Rhein­land-Pfalz schie­ben ESD-Mit­ar­bei­ter Wache. Die Geschäf­te lau­fen präch­tig. Der Umsatz stieg 2014 um acht­zehn Pro­zent auf über zwan­zig Mil­lio­nen.

 

ESD-Chef Kam­mer­mei­er und Land­rat Huber wei­sen die Dar­stel­lung der Gewerk­schaft in nahe­zu gleich­lau­ten­den Erklä­run­gen weit von sich. Das Land­rats­amt habe nur auf einen anony­men Hin­weis reagiert, der Wach­mann sei vor­be­straft, und habe dar­auf­hin des­sen Dienst­taug­lich­keit zurück­ge­nom­men. Von der anste­hen­den Betriebs­rats­wahl bei ESD habe man nichts gewusst. Für ver­di-Sekre­tät Pol­lok ist es jedoch schlei­er­haft, wie­so der Wach­mann Rai­ner B. trotz sei­ner Vor­stra­fen drei Jah­re ohne Bean­stan­dung der zustän­di­gen Behör­den bei dem Unter­neh­men und zuvor meh­re­re Jah­re über ein Sub­un­ter­neh­men für ESD arbei­ten konn­te. Den Behör­den sei­en die Vor­stra­fen des Wach­manns bekannt gewe­sen, denn er sei stets offen mit sei­ner Vor­ge­schich­te umge­gan­gen. Sei­ne Vor­stra­fen sei­en außer­dem längst aus dem Füh­rungs­zeug­nis gelöscht wor­den. Rai­ner B. sei sogar mehr­fach belo­bigt wor­den. Schließ­lich spie­le Reha­bi­li­ta­ti­on in unse­rer Gesell­schaft eine wich­ti­ge Rol­le. Was für den Prä­si­den­ten eines gro­ßen Fuß­ball­ver­eins gel­te, müs­se für einen ein­fa­chen Wach­mann erst recht gel­ten, for­dert Pol­lok. Zumal die Vor­stra­fen von Rai­ner B. nicht annä­hernd die Dimen­si­on des pro­mi­nen­ten Steu­er­sün­ders hät­ten. Ver­di for­dert mit Nach­druck die sofor­ti­ge Rück­nah­me der Kün­di­gung, die Wei­ter­be­schäf­ti­gung von Rai­ner B. und ein Ende der Behin­de­run­gen der Betriebs­rats­wahl.