Bossing gegen freie Journalisten

(gk) Bos­sing gegen Frei­be­ruf­ler, gibt es denn sowas? Wir mei­nen: Ja. Bos­sing ist nicht nur auf sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­te Anstel­lungs­ver­hält­nis­se beschränkt – schon gar nicht im Zeit­al­ter der Pre­ka­ri­sie­rung, in dem das Phä­no­men der Schein­selbst­stän­dig­keit immer wei­ter um sich greift. Beson­ders häu­fig zum Bei­spiel in der Medi­en­bran­che: Unzäh­li­ge Ver­la­ge (aber auch Sen­der, pri­va­te wie öffent­lich-recht­li­che) las­sen immer mehr Arbeit ehe­mals fest­an­ge­stell­ter Mit­ar­bei­ter von frei­be­ruf­li­chen Kräf­ten erle­di­gen. Dabei zah­len sie Frei­be­ruf­lern häu­fig ein Hono­rar, das fak­tisch weit unter dem gesetz­li­chen Min­dest­lohn liegt. Wenn freie Jour­na­lis­ten dann ihre Rech­te ein­for­dern, gehen sie erheb­li­che Risi­ken ein. Im sel­te­nen Fall einer Kla­ge wer­den ledig­lich die berech­tig­ten Hono­rar­an­sprü­che fäl­lig – die Ver­la­ge müs­sen dafür kei­ne Stra­fen befürch­ten. Der Frei­be­ruf­ler dage­gen läuft Gefahr, dau­er­haft sei­nen Brot­er­werb zu ver­lie­ren. Der Jour­na­list und Foto­graf Mar­tin Schrei­er ist trotz­dem die­sen Weg gegan­gen und wen­det sich nun an die Öffent­lich­keit.