Skandalöses Urteil gegen engagierte Beiersdorf-Kollegin

Das Arbeits­ge­richt Ham­burg Urteil gibt der Arbeit­ge­be­rin im Streit um einen angeb­li­chen Arbeits­zeit­be­trug der Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­te­rin Gaby T. recht. Strit­tig ist, ob die von ihr geführ­ten Gesprä­che mit Kol­le­gen zum Betrieb­li­chen Ein­glie­de­rungs­ma­nage­ment, BEM, gehö­ren. Die Fir­men­lei­tung stell­te ihr des­halb eine Zah­lungs­auf­for­de­rung für angeb­lich nicht geleis­te­te Arbeits­stun­den in Höhe von € 9.510,72 in Rech­nung. Durch das Urteil dro­hen ihr jetzt Pfän­dung und Frei­stel­lung. Der Hin­ter­grund des Kon­flikts: Gaby T. gehört zur Grup­pe “Gemein­sam stark”, die sich vor vier Jah­ren grün­de­te und die Betriebs­rats­wahl von 2014 erfolg­reich ange­foch­ten hat. Sie und eine frü­he­re Betriebs­rä­tin erhiel­ten schon etli­che Abmah­nun­gen. Die Bei­ers­dorf AG, die Wert auf einen sau­be­ren Ruf legt, lässt sich von der berüch­tig­ten Anwalts­kanz­lei Nor­ton, Rose, Ful­b­right ver­tre­ten.

Die Betriebs­grup­pe „Gemein­sam stark“ hält das Urteil für einen Skan­dal. Das Gericht fol­ge wei­test­ge­hend der Argu­men­ta­ti­on der Arbeit­ge­be­rin und stüt­ze sich auf eine For­mu­lie­rung aus dem von der Bei­ers­dorf AG erzwun­ge­nen Tätig­keits­be­richt. Gabi T. wird gegen das Urteil in Beru­fung gehen. Das Arbeits­ge­richt habe sich der Pra­xis des Fer­tig­ma­chens von akti­ven Gewerk­schafts­kol­le­gIn­nen (Uni­on Bus­ting) ange­schlos­sen, erklär­te die Betriebs-grup­pe. „Wir hof­fen nicht, dass das Urteil zu einem Prä­ze­denz­fall wird! Sie hat wei­ter­hin unse­re Unter­stüt­zung und wir wün­schen ihr viel Kraft! Die Fir­men­lei­tung hat es nicht nur auf Gabi T. abge­se­hen, son­dern auch auf ihre Grup­pe „Gemein­sam stark“. „Wir kämp­fen gemein­sam mit unse­ren Netz­wer­ken für Gerech­tig­keit. Bit­te unter­stützt uns wei­ter­hin mit euer Soli­da­ri­tät.“

Quel­le: https://gewerkschaftslinke.hamburg