InduTec — Aufräumen mit Union-Busting

Die Indu­Tec Umwelt­tech­nik GmbH & Co. KG in Ker­pen (Rhein­land) ist Anbie­ter von indus­tri­el­len Rei­ni­gungs­leis­tun­gen. Über 1.000 Beschäf­tig­te rei­ni­gen indus­tri­el­le Groß­an­la­gen, Rohr­lei­tun­gen, Wär­me­tau­scher, Behäl­ter und Tanks sowie Abwas­ser­ka­nä­le und Ent­la­ckie­rungs­an­la­gen in der Auto­in­dus­trie. Einer der größ­ten Auf­trag­ge­ber ist die RWE. Wei­te­re sind Thys­sen, Daim­ler Benz und die Pfei­fer & Lan­gen Grup­pe (Zucker).

Die Indu­Tec Umwelt­tech­nik GmbH & Co ist Teil einer Hol­ding, zu der auch die Indu­tec-Indus­trie­ser­vices gehö­ren. Für 2015 berich­tet die Spar­te Indus­trie­ser­vices von einer Ver­dop­pe­lung des Betriebs­er­geb­nis­ses auf 1,2 Mil­lio­nen Euro; in der Spar­te Umwelt­tech­nik stieg der Gewinn auf 2,2 Mil­lio­nen Euro.

Ent­schei­den­des Mit­tel zur Gewinn­erzie­lung bei Indu­Tec ist die Per­so­nal­struk­tur. Die Hol­ding (euro­pa­weit 3.500 Beschäf­tig­te) arbei­tet mit einer unge­wöhn­lich hohen Zahl von pre­kär Beschäf­tig­ten. Fast die Hälf­te der Arbeit­neh­mer in der Umwelt­tech­nik GmbH sind „neben­be­ruf­lich Beschäf­tig­te”. In der Indus­trie­ser­vices GmbH sind von 1.353 Beschäf­tig­ten sogar 1.120 „Neben­be­ruf­ler” (450 Euro Kräf­te).

Indu­Tec nutzt seit zwei Jah­ren außer­dem ver­stärkt Leih­ar­bei­ter zur Lohn­sen­kung. Auf 26 Mil­lio­nen Euro sei­en die Per­so­nal­kos­ten redu­ziert wor­den, heißt es im Geschäfts­be­richt von 2015, „da infol­ge des erhöh­ten grup­pen­in­ter­nen Leis­tungs­aus­tauschs ver­mehrt Fremd­leis­tun­gen in Anspruch genom­men wur­den“.

Vor dem Betrieb in Ker­pen wur­de ange­sichts die­ser Situa­ti­on fol­gen­des Flug­blatt von work-watch ver­teilt:

 

Indu­Tec spielt falsch! Schluss mit den Ent­las­sun­gen in Ker­pen!

Indus­trie­r­ei­ni­gung ist ein Kno­chen­job. Über tau­send Beschäf­tig­te bei INDUTEC Umwelt­tech­nik wis­sen das. Sie malo­chen – Indu­Tec gewinnt. Der Jah­res­pro­fit stieg 2015 auf 2.2 Mio. Euro. Gleich­zei­tig san­ken die Per­so­nal­kos­ten. Das Erfolgs­re­zept des Manage­ments: der Ein­satz von Leih­ar­bei­tern, 450-Euro-Job­bern, Arbeit auf Abruf.

Um die Arbeits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern wähl­te die Beleg­schaft im Betrieb Ker­pen 2012 einen Betriebs­rat. Zwei Jah­re spä­ter erkämpf­ten die Beschäf­tig­ten mit einem Warn­streik gemein­sam mit der IG BAU einen Haus­ta­rif­ver­trag.

Seit­dem ver­sucht die Geschäfts­lei­tung, die erfolg­rei­che gewerk­schaft­li­che Orga­ni­sie­rung zu bekämp­fen und den Tarif­ver­trag zu unter­lau­fen.

  • 115 Mit­ar­bei­ter müs­sen ihre kor­rek­te Ein­grup­pie­rung vor Gericht ein­kla­gen.

  • Dem Betrieb Ker­pen ent­zieht der Kon­zern seit Mona­ten Auf­trä­ge. Vie­le Mit­ar­bei­ter wur­den bereits nach Hau­se geschickt, unter Fort­zah­lung ihrer Grund­ein­künf­te, redu­ziert um die übli­chen 30 Über­stun­den pro Monat.

  • Auch 13 Kol­le­gen, die in der Zucker­fa­brik der Pfei­fer & Lan­gen Grup­pe ein­ge­setzt sind, sol­len von heu­te auf mor­gen vor die Tür gesetzt wer­den.

  • Mit­ar­bei­ter, die aus Ker­pen in ande­re Nie­der­las­sun­gen wech­seln, müs­sen neue und schlech­te­re Arbeits­ver­trä­ge unter­schrei­ben.

  • Der Betrieb Ker­pen beschäf­tigt gleich­zei­tig 61 Leih­ar­bei­ter, um die vor­han­de­nen Auf­trä­ge abzu­wi­ckeln. Das ist ein glat­ter Bruch des Tarif­ver­tra­ges.

Auch in ande­ren Betrie­ben ver­sucht der Kon­zern, Betriebs­rä­te und gewerk­schaft­li­che Orga­ni­sie­rung zu zer­schla­gen. Im Betrieb in Wörth woll­te ein drei­köp­fi­ger Wahl­vor­stand erst­ma­lig Wah­len zu einem Betriebs­rat ein­lei­ten. Die Unter­neh­mens­füh­rung ver­sprach dar­auf­hin, alle For­de­run­gen der Beschäf­tig­ten zu erfül­len, wenn kein Betriebs­rat gewählt wird. Nach­dem die Kol­le­gen auf die Wahl ver­zich­te­ten, wur­de allen 60 Mit­ar­bei­tern gekün­digt. Am Stand­ort Duis­burg tauch­te kürz­lich eine Unter­schrif­ten­lis­te auf, die eine Prä­mie von 750 Euro für den Fall in Aus­sicht stell­te, dass der amtie­ren­de Betriebs­rat zurück­tritt und kein neu­er gewählt wird. Das ist glat­ter Rechts­bruch. Die IG BAU hat des­halb Straf­an­zei­ge gegen den Arbeit­ge­ber gestellt.

Bis­lang dul­den die Auf­trag­ge­ber von Indu­Tec die­se Machen­schaf­ten. Allen vor­an RWE. Umwelt­zer­stö­rung, Kli­ma­ka­ta­stro­phe, Lohn­dum­ping und die Zer­schla­gung von Arbeit­neh­mer­rech­ten bei Werk­ver­trags­fir­men schei­nen für den Groß­kon­zern gut zusam­men zu pas­sen.

Wir for­dern:

* Schluss mit den Ent­las­sun­gen — Kein Ver­schie­ben von Auf­trä­gen an Toch­ter­ge­sell­schaf­ten!

* Der Betrieb in Ker­pen muss erhal­ten blei­ben!

* Freie Betriebs­rats­wah­len! Kei­ne Behin­de­rung der Betriebs­rats­ar­beit- Schluss mit Bos­sing!

* Schluss mit den Bedro­hun­gen von Gewerk­schafts­mit­glie­dern!

* Tarif­ver­trag­li­che Absi­che­rung für alle Beschäf­tig­ten von Indu­Tec!

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