Klüh kündigt engagierter Mitarbeiterin

(gk) Klüh, eines der größ­ten inter­na­tio­na­len Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men (Rei­ni­gung, Secu­ri­ty, Cate­ring, knapp 50.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter welt­weit) mit Haupt­sitz in Düs­sel­dorf, hat einer gewerk­schaft­lich enga­gier­ten Mit­ar­bei­te­rin gekün­digt. 16 Jah­re lang hat Bea­te Groot­huis eine Hal­le von Pre­mi­um Aero­tec in Nor­den­ham bei Bre­men geputzt. Seit einem Jahr hat Klüh den Dienst­leis­tungs­auf­trag über­nom­men, eben­so Bea­te Groot­huis als Mit­ar­bei­te­rin.

 

Das Kün­di­gungs­chrei­ben erreich­te sie mit­ten im Urlaub, ohne Begrün­dung. Sie ver­mu­tet, dass die Geschäfts­füh­rung sich an ihrem gewerk­schaft­li­chen Enge­ge­ment gestört habe und der Tat­sa­che, dass sie einen Betriebs­rat grün­den wol­le. Die Geschäfts­füh­rung in Düs­sel­dorf weist den Vor­wurf gegen­über der ARD zurück, die am 5.September über den Fall berich­te­te. Und der Gesamt­be­triebs­rat behaup­tet, Bea­te Groot­huis sei wegen „Schlecht­leis­tung” gekün­digt wor­den. Anders sieht das die Gewerk­schaft IG BAU und Mit­ar­bei­ter von Pre­mi­um Aero­tec, die  Bea­te Groot­huis unter­stüt­zen und Unter­schrif­ten gegen ihre Ent­las­sung sam­meln.

 

Die Fir­ma Klüh ist auch in der Ver­gan­gen­heit schon dadurch auf­ge­fal­len, gegen enga­gier­te Mit­ar­bei­te­rin­nen vor­zu­ge­hen. Am Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen hat­ten sich die Putz­frau­en und -män­ner von der Klüh-Flug­zeug­rei­ni­gung, die vor allem die Flie­ger von Air Ber­lin gerei­nigt hat­ten, in jah­re­lan­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen erkämpft und ein soli­da­ri­sches Ver­hal­ten unter­ein­an­der ent­wi­ckelt. Um die­se Beleg­schaft los­zu­wer­den, kün­dig­te Klüh 2011 die Schlie­ßung des Betriebs an. Den Auf­trag behielt aber Klüh, indem nun die Leih­ar­beits­fir­ma DLG, eine Toch­ter­fir­ma von Klüh, die Flug­zeu­ge von Air Ber­lin putz­ten soll­te. Eini­ge Arbei­te­rIn­nen der alten Fir­ma wur­den über­nom­men, aber sämt­li­che Betriebs­rats­mit­glie­der oder ande­re „Unru­he­stif­ter“ erhiel­ten kein Ange­bot, son­dern nur eine Abfin­dung.

 

Aber die Beschäf­tig­ten klag­ten gegen die Ent­schei­dung. Obwohl die Klüh-Geschäfts­füh­rung den schon damals berüch­tig­ten Anwalt Hel­mut Nau­joks beauf­trag­te, ver­lor sie schließ­lich den Pro­zess und muss­te die Gekün­dig­ten wei­ter beschäf­ti­gen.  Auch Bea­te Groot­huis wird gericht­lich gegen ihre Kün­di­gung vor­ge­hen.