Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze

Auf­ruf von Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter für Kli­ma­schutz zur Demons­tra­ti­on beim Kli­ma­gip­fel in Bonn

 

Wir sind Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter. Wir set­zen uns ein für men­schen­wür­di­ge Arbeits­be­din­gun­gen und gute Ent­loh­nung. Wir wis­sen, dass die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung dar­auf ange­wie­sen ist, ihre Arbeits­kraft zu ver­kau­fen. Des­halb sind uns die Arbeits­plät­ze der Beschäf­tig­ten in der Koh­le und der Auto­in­dus­trie nicht egal.

 

Wir wis­sen aber auch, dass es so nicht wei­ter­ge­hen kann. Die Ver­stro­mung der Koh­le und der moto­ri­sier­te Indi­vi­du­al­ver­kehr  hei­zen  das  Kli­ma  dra­ma­tisch  an  und  füh­ren  welt­weit  zu  Wet­ter­ex­tre­men  und  der
Ver­nich­tung von mensch­li­chen Exis­ten­zen. Wir kön­nen nicht so tun, als wür­de uns das nichts ange­hen. Das haben auch eini­ge Gewerk­schaf­ten in Deutsch­land  begrif­fen.  Die  Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di hat z.B. beschlos­sen, sich für den „schnellst­mög­li­chen“ Aus­stieg aus der Braun­koh­le ein­zu­set­zen. Aber  Papier  ist  gedul­dig.  Wir  erwar­ten,  dass  die Gewerk­schaf­ten Per­so­nal und finan­zi­el­le Mit­tel zur Ver­fü­gung  stel­len,  um  ihre  Mit­glie­der  gegen  die Kli­ma­er­wär­mung und ihre Ver­ur­sa­cher zu mobi­li­sie­ren.

 

Das Ende der fos­si­len Öko­no­mie darf nicht auf Kos­ten der  Beschäf­tig­ten  in  den  ver­schie­de­nen  Bran­chen gehen.  Des­halb  erwar­ten  wir  als  Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter von unse­ren Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen, dass sie aktiv Kon­ver­si­ons­pro­gram­me, eine Umver­tei­lung des gesell­schaft­li­chen Reich­tums von oben nach unten und eine radi­ka­le Arbeits­zeit­ver­kür­zung bei vol­lem Lohn­aus­gleich vor­an­trei­ben.

 

Kli­ma­ge­rech­tig­keit bedeu­tet, die Beschäf­tig­ten in der Bran­che nicht ihrem Schick­sal zu über­las­sen. Eben­so­we­nig die­je­ni­gen Opfer der Kli­ma­er­wär­mung, deren Wohn­stät­ten in den Flu­ten ver­schwin­den, von Tor­na­dos und Hur­ri­kans zer­stört oder deren Ern­ten von Dür­ren ver­nich­tet wer­den. Sie sind gezwun­gen, sich woan­ders eine neue Exis­tenz auf­zu­bau­en.

 

Inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät ist das Gebot der Stun­de. Ein „wei­ter so“ führt gera­de­wegs in die glo­ba­le Bar­ba­rei. Der welt­wei­te Auf­schwung rech­ter Par­tei­en ist ein deut­li­cher Vor­bo­te dafür.

 

Noch ist es nicht zu spät. Wir rufen alle Gewerk­schaf­te­rin­nen und Gewerk­schaf­ter auf, mit uns und vie­len ande­ren gemein­sam am 4.11.2017 anläss­lich der Welt­kli­ma­kon­fe­renz in Bonn für Kli­ma­ge­rech­tig­keit und inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät zu demons­trie­ren.

 

Treff­punkt:  Sams­tag  4.11.2017  um  11:30  vor  der  Post  am Müns­ter­platz in Bonn. Bit­te bringt Fah­nen, Wim­pel und Wes­ten eurer Gewerk­schaf­ten mit, damit wir als gemein­sa­mer Block zu erken­nen sind und ein deut­li­ches Zei­chen set­zen!

 

Bit­te schreibt uns, mit wie­viel Leu­ten ihr kom­men wollt: Klimagewerkschafter@nullbwup.de

 

Kon­takt auch für wei­te­re Fra­gen und Anre­gun­gen. Infos: https://www.klima-kohle-demo.de/aufruf/

Auf einem toten Pla­ne­ten gibt es kei­ne Arbeits­plät­ze: Die Zeit läuft!