Erfolgreicher Widerstand gegen Bossing: Gericht setzt...

Der Sit­zungs­saal des Arbeits­ge­richts Müns­ter platz­te aus allen Näh­ten. Die IG Metall hat­te zur Soli­da­ri­tät mit Beschäf­tig­ten auf­ge­ru­fen, die Ende Dezem­ber beim Anla­ger­bau­er BSW in Ever­s­win­kel bei Müns­ter eine Betriebs­rats­wahl durch­füh­ren woll­ten. Der Fami­li­en­be­trieb hat­te die berüch­tig­te Anwalts­kanz­lei Schrei­ner und Part­ner enga­giert und die Beleg­schaft mas­siv ein­ge­schüch­tert. So sol­len Vor­ge­setz­te laut IG Metall Mit­ar­bei­tern in Ein­zel­ge­sprä­chen gera­ten haben, ihre Wahl­zet­tel nicht abzu­ge­ben. Drei Beschäf­tig­te bewie­sen nun einen beson­ders lan­gen Atem und und hiel­ten ihre Kan­di­da­tur bis heu­te auf­recht. Das Arbeits­ge­richt bestell­te sie nun zu Wahl­vor­stän­den und macht damit den Weg für die Betriebs­rats­wahl frei. Das Gericht wies den Antrag der Geschäfts­lei­tung, eige­ne Kan­di­da­ten für als Wahl­vor­stän­de zu benen­nen für rechts­wid­rig.

 

Gewerk­schafts­se­kre­tär Phil­ipp Bem­be­nek freut sich über die­sen Erfolg der Beleg­schaft vor Gericht. Das Urteil stär­ke die Beschäf­tig­ten und sei auch ein wich­ti­ges Signal an die Unter­neh­men. „Denn so geht man nicht mit der Beleg­schaft um.“ Die Geschäfts­lei­tung des Ever­s­wink­ler Fami­li­en­be­triebs hat­te auf Rat von Schrei­ner und Part­ner einen Beleg­schafts­saus­schuss ein­ge­setzt, eine Art SMV, um der Beleg­schaft ihre Mit­be­stim­mungs­rech­te vor­zu­ent­hal­ten und der Gewerk­schaft im Betrieb den Wind aus den Segeln zu neh­men. Die Rech­nung ging nicht auf. Die Kol­le­gen wer­den nun so schnell wie mög­lich einen Betriebs­rat wäh­len.