Angriff auf aktive Betriebsräte am Frankfurter Flughafen...

Der berüch­tig­te Düs­sel­dor­fer Arbeit­ge­ber­an­walt Hel­mut Nau­joks ver­tritt die deut­sche Toch­ter der Tra­ve­lex Group UK, ein Finanz­dienst­leis­ter für Rei­sen­de, mit welt­weit über 8.000 Mit­ar­bei­ter-innen, in einem Kon­flikt am Frank­fur­ter Flug­ha­fen, wo knapp 50 Beschäf­tig­te arbei­ten. Mit­te Novem­ber, kurz vor Beginn der lau­fen­den Tarif­ver­hand­lun­gen mit der Gewerk­schaft ver.di, hat der Wech­sel­stu­ben­be­trei­ber den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den und ein paar Tage spä­ter des­sen Stell­ver­tre­te­rin sowie ein zwei­tes Mit­glied der Tarif­kom­mis­si­on ohne Anga­ben von Grün­den frist­los gekün­digt.

 

Nach­dem ver.di zum 31.12. den Gehalts­ta­rif­ver­trag gekün­digt hat­te, ist die Ent­las­sung von zwei Tarif­kom­mis­si­ons­mit­glie­dern eine Pro­vo­ka­ti­on“, sagt ver.di-Sekretärin Rosa Schwen­ger. „Aus unse­rer Sicht han­delt es sich um einen Ver­such, eine gewerk­schaft­lich gut orga­ni­sier­te Beleg­schaft ein­zu­schüch­tern und die Mit­be­stim­mungs- und Gewerk­schafts­struk­tu­ren zu zer­schla­gen.“

 

Der Betriebs­rat und die Gewerk­schaft hat­ten sich bei Tra­ve­lex erfolg­reich für gute Arbeit ein­ge­setzt und sich unter ande­rem erfolg­reich gegen Plä­ne des Arbeit­ge­bers gestellt, 450-Euro-Kräf­te zu Löh­nen unter­halb des Tarif­lohns ein­zu­stel­len. Offen­sicht­lich hofft der Arbeit­ge­ber nun, mit den in den Betriebs­rat nach­ge­rück­ten Per­so­nen sei­ne Plä­ne rea­li­sie­ren zu kön­nen. Die jetzt nach­ge­rück­ten Betriebs­rä­te haben das Kün­di­gungs­be­geh­ren des Arbeit­ge­bers unter­stützt. Das Inter­es­se des Unter­neh­mens, die Gewerk­schaft im Betrieb zu schwä­chen, ist ganz offen­sicht­lich. In der letz­ten Tarif­run­de hat­te ver.di jähr­li­che Gehalts­er­hö­hun­gen von 3,5 Pro­zent durch­ge­setzt. In der aktu­el­len Tarif­run­de for­dert die Gewerk­schaft 5 und ab 2019 5,5 Pro­zent mehr Geld.

 

Die drei gekün­dig­ten Kol­leg-innen weh­ren sich mit Kün­di­gungs­schutz­kla­gen. Bis zur recht­li­chen Klä­rung kön­nen sie aller­dings ihre Ämter im Betrieb nicht mehr aus­üben. Ver.di for­dert zur Soli­da­ri­tät mit den Beschäf­tig­ten von Tra­ve­lex auf, for­dert die Rück­nah­me der Kün­di­gun­gen, den Rück­tritt des jet­zi­gen gel­ben Betriebs­rats und Neu­wah­len.

 

Das ist nicht der ein­zi­ge aktu­el­le Fall von Bos­sing am Frank­fur­ter Flug­ha­fen, bei dem Hel­mut Nau­joks Regie führt. Bereits Anfang Sep­tem­ber kün­dig­te I-SEC Secu­ri­ty dem Betriebs­rats­vor­sit­zen­den und erteil­te ihm Haus­ver­bot, auf­grund absur­der Vor­wür­fe und unter Miss­ach­tung des beson­de­ren Kün­di­gungs­schut­zes von Betriebs­rä­ten, wie im Fall Tra­ve­lex. Der I-SEC-Betriebs­rat hat­te sich für Ver­bes­se­run­gen bei der Dienst­pla­nung, beim Arbeits- und Gesund­heits­schutz und für die Ein­hal­tung von Tarif­ver­trä­gen ein­ge­setzt.