ISO-Security: Bossing ohne Ende, erneute Kündigung eines...

Anfang August erhielt ein Betriebs­rat des Düs­sel­dor­fer Sicher­heits­dienst­leis­ters I.S.O.-Security wie­der eine Kün­di­gung. Das war die fünf­te Kün­di­gung, die drei Betriebs­rä­te seit 2016 bekom­men haben. „Ein Skan­dal“, sagt ver­di-Sekre­tär Özay Tarim.

 

Der ehe­ma­li­ge Poli­zei­be­am­te und Chef des Unter­neh­mens, Bernd Roll, hält es nicht so genau mit dem Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz. Im Juli ver­gan­ge­nen Jah­res war er bereits in zwei­ter Instanz vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt mit dem Ver­such geschei­tert, die Betriebs­rats­wahl für null und nich­tig erklä­ren zu las­sen. Rolls Behaup­tung, Mit­ar­bei­ter sei­en beein­flusst wor­den, um bestimm­te Per­so­nen in den Betriebs­rat zu wäh­len, erwies sich als halt­los. Roll hält Tarim für den Draht­zie­her des Kon­flikts um die Mit­be­stim­mung in sei­nem Unter­neh­men. So ver­stieg sich die Kanz­lei Burg­mer, die Roll ver­tritt, zu der Aus­sa­ge, Tarim gerie­re sich als „Robin Hood der Bran­che“ und instru­men­ta­li­sie­re den Betriebs­rat. Tat­säch­lich bekämpft Roll seit Jah­ren die betrieb­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tung und Tarim macht sei­nen Job als Gewerk­schafts­ere­tär. 20 Jah­re lang gab es in der Fir­ma kei­nen Betriebs­rat. Als drei muti­ge Kol­le­gen im März 2016 ver­such­ten, einen zu grün­den, wur­de ihnen und einem wei­te­ren Mit­ar­bei­ter prompt gekün­digt. Doch beim Arbeits­ge­richt kam Roll damit nicht durch.

 

Anstatt ein­zu­len­ken, leg­te Roll nach und erstat­te­te Straf­an­zei­ge wegen ver­such­ter gemein­schaft­li­cher Erpres­sung. Die drei Betriebs­rä­te sol­len 200 000 Euro von ihm ver­langt haben, damit sie ihre Ämter nie­der­le­gen und das Unter­neh­men ver­las­sen. Die Beschul­di­gun­gen waren völ­lig aus der Luft gegrif­fen. Die Staats­an­walt­schaft stell­te das Ver­fah­ren fol­ge­rich­tig ein. „Das ist Uni­on Bus­ting wie aus dem Lehr­buch“, sagt Özay Tarim. Roll beu­ge das Recht auf Mit­be­stim­mung und behin­de­re sys­te­ma­tisch die Betriebs­rats­ar­beit. Trotz­dem konn­te das Gre­mi­um einen klei­nen Erfolg für sich ver­bu­chen. Eine tarif­li­che Lohn­er­hö­hung wur­de fast 13 Mona­te spä­ter end­lich gut­ge­schrie­ben.

 

Doch Bos­sing hat für die Beschäf­tig­ten fata­le Kon­se­quen­zen, sagt Tarim. „Bei ISO Secu­ri­ty herrscht ein Kli­ma der Angst.“ Der Gewerk­schaf­ter ver­steht nicht, war­um ein Unter­neh­mer, der das Gesetz mit Füßen tritt, unter die­sen Umstän­den Auf­trä­ge der Rhein­bahn bekommt. Schließ­lich ist die Akti­en­ge­sell­schaft zu hun­dert Pro­zent in der Hand der Stadt Düs­sel­dorf. Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats ist Tho­mas Gei­sel, Düs­sel­dor­fer Ober­bür­ger­meis­ter, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der ist Micha­el Pink, Betriebs­rats­vor­sit­zen­der der Rhein­bahn AG.