SunExpress-Belegschaft darf keinen Betriebsrat wählen

Das Luft­han­sa-Unter­neh­men Sun­Ex­press ver­wei­gert wei­ter­hin die betrieb­li­che Mit­be­stim­mung für Flug­zeug­be­sat­zun­gen.

Das LAG Hes­sen hat ent­schie­den, dass Pilo­ten und Flug­be­glei­ter der Flug­li­nie kei­nen Betriebs­rat für ihre Berufs­grup­pen wäh­len dür­fen. Damit hat das Gericht die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung bestä­tigt. Es sei aber den zustän­di­gen Gewerk­schaf­ten unbe­nom­men, einen das Gesetz abbil­den­den Tarif­ver­trag über betrieb­li­che Mit­be­stim­mung abzu­schlie­ßen. Das ver­wei­gert das Luft­han­sa-Unter­neh­men stand­haft bis zum heu­ti­gen Tage. Das Gericht beton­te, ein sol­cher Tarif­ver­trag kön­ne not­falls mit Streiks durch­ge­setzt wer­den.

Die Ver­ei­ni­gung Cock­pit zeig­te sich ent­täuscht. „Wir hat­ten gehofft, dass das Gericht sich an euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben ori­en­tiert und dadurch die Wah­len ermög­licht“, sagt Tarif­ex­per­te Mar­kus Ger­mann. Es wider­spre­che den euro­päi­schen Richt­li­ni­en, dass es in einem Flug­be­trieb mit über tau­send Mit­ar­bei­tern kei­ne Hand­ha­be gibt, Mit­be­stim­mung gericht­lich durch­zu­set­zen, wäh­rend dies bei Boden­be­trie­ben mög­lich ist. „Jetzt ist die Luft­han­sa-Kon­zern­füh­rung in der Pflicht, die­sen Miss­stand zu behe­ben, schließ­lich fliegt das Toch­ter­un­ter­neh­men Sun­Ex­press auch „Eurowings“-Flugzeuge“, so Ger­mann abschlie­ßend.