Klüh Security will Betriebsratsvorsitzendem am...

 

Poli­zei­ein­satz in einer Betriebs­rats­sit­zung“ so titel­te der Köl­ner Express auf der Titel­sei­te über eine schier unglaub­li­che Geschich­te aus der Welt der Uni­on-Bus­ter.

 

Was war pas­siert? Am Mon­tag rief eine Betriebs­rä­tin die Poli­zei in die Sit­zung der Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung von „Klüh Secu­ri­ty“, um den Vor­sit­zen­den des Rau­mes zu ver­wei­sen. Zuvor hat­te die Per­son ver­sucht, die nicht öffent­li­che Sit­zung mit ihrem Han­dy auf­zeich­nen, was die anwe­sen­den Betriebs­rats­mit­glie­der ver­ei­tel­ten. Was sie mit der Auf­zeich­nung bezwe­cken woll­te, sag­te die Per­son nicht. Es ist jedoch offen­sicht­lich, dass sie die Ton­auf­nah­me machen woll­te, um sie gegen die Kol­le­gen zu ver­wen­den. Im wei­te­ren Ver­lauf stell­te sich näm­lich her­aus, so Tarim, dass der Nie­der­las­sungs­lei­ter die Anhö­rung zur beab­sich­tig­ten Kün­di­gung des Vor­sit­zen­den bereits am Frei­tag (19.10) per­sön­lich an die Per­son zur Wei­ter­ga­be an den Betriebs­rat über­ge­ben hat­te. Die­se Infor­ma­ti­on hat­te sie dem Gre­mi­um vor­ent­hal­ten und damit bil­li­gend in Kauf genom­men, dass der Betriebs­rat die drei­tä­gi­ge Frist zur Stel­lung­nah­me ver­passt. Als das her­aus­kam, rief sie die Poli­zei. Doch den Beam­ten wur­de klar­ge­macht, dass die Poli­zei hier fehl am Platz und nicht für arbeits­recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen zustän­dig ist.

 

Was steckt dahin­ter? Der Betriebs­rats­vor­sit­zen­de, des­sen Namen wir zum Schutz sei­ner Per­son nicht nen­nen, liegt seit län­ge­rem mit der Geschäfts­füh­rung von „Klüh Secu­ri­ty“ über Kreuz. Es geht um Kon­flik­te um Ein­stel­lun­gen, Arbeits­zei­ten und Ein­grup­pie­run­gen. Haupt­kon­flikt: Der Arbeit­ge­ber legt neu­en Bewer­bern immer öfter Teil­zeit­ver­trä­ge unter­halb der im Tarif­ver­trag ver­ein­bar­ten Voll­zeit­ar­beit­zeit zur Unter­schrift vor, 160 statt 174 Stun­den im Monat, was neue Leu­te kaum ableh­nen kön­nen. Nun wirft die Geschäfts­lei­tung dem Betriebs­rats­vor­sit­zen­den plötz­lich vor, er habe eine Unter­schrift auf einer Anwe­sen­heits­lis­te gefälscht, so Tarim. Der Vor­sit­zen­de strei­tet das ab, wur­de er am Frei­tag jedoch gekün­digt. Doch bei der Ent­las­sung eines Betriebs­rats muss die Arbeit­neh­mer­ver­tre­tung inner­halb von drei Tagen dar­über abstim­men. Der Betriebs­rat steht mehr­heit­lich hin­ter dem bedräng­ten Kol­le­gen, berief in buch­stäb­lich letz­ter Minu­te eine Son­der­sit­zung ein und lehn­te die Zustim­mung zur beab­sich­ti­gen des Betriebs­rats­vor­sit­zen­den ab. Jetzt muss das Arbeits­ge­richt ent­schei­den. Klüh beschäf­tigt am Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen über 600 Mit­ar­bei­ter* bei der Gepäck­ab­fer­ti­gung und der Gebäu­de­si­che­rung. Das Düs­sel­dor­fer Fami­li­en­un­ter­neh­men steht gut da. Rund 50.000 Beschäf­tig­te erwirt­schaf­ten in acht Län­dern einen Jah­res­um­satz von 803 Mil­lio­nen Euro.

 

Die Kol­le­gin hat aus unse­rer Sicht mit die­ser Akti­on ganz klar Amts­miss­brauch betrie­ben und nichts mehr im Betriebs­rat ver­lo­ren“, schrieb Özay Tarim in einer Mit­tei­lung an die Beleg­schaft. Wer sich aktiv und absicht­lich gegen die eige­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen stellt, müs­se umge­hend den Betriebs­rat ver­las­sen. Ver­di wird die­se offe­ne Kampf­an­sa­ge an den Betriebs­rat nicht hin­neh­men und den Aus­schluss die­ser Per­son aus dem Betriebs­rat recht­lich über­prü­fen las­sen, kün­digt Tarim an.