Erfolg für engagierten Betriebsrat:

WELTBILD hat die Kla­ge auf Kün­di­gung des Betriebs­rats­vor­sit­zen­den zurück­ge­zo­gen. So ver­mied der Arbeit­ge­ber einen Tag vor der Urteils­ver­kün­dung einen ent­lar­ven­den Rich­ter­spruch. Das Unter­neh­men hat­te den Betriebs­rat und sei­nen Vor­sit­zen­den über Mona­te juris­tisch atta­ckiert.

 

 

Seit der Düs­sel­dor­fer Mil­li­ar­där Wal­ter Dro­ege WELTBILD über­nom­men hat, geht es mit dem Ver­sand­händ­ler ste­tig berg­ab. Nach der Insol­venz 2014 waren noch 1.300 Men­schen bei Welt­bild beschäf­tigt. Inzwi­schen sind noch 350 Kol­le­gIn­nen in Augs­burg übrig. Der Umgang mit die­sen Beschäf­tig­ten ist rück­sichts­los, das Betriebs­kli­ma ver­gif­tet, heißt es auf dem ver­di info blog. 2018 griff der Arbeit­ge­ber den Betriebs­rat an und ver­such­te den Vor­sit­zen­den unter faden­schei­ni­gen Vor­wür­fen zu kün­di­gen. Die­se unver­schäm­te Atta­cke schei­ter­te vor Gericht.

 

 

Der Betriebs­rat sieht sich nach der Aus­ein­an­der­set­zung gestärkt. „So vie­le Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen hat­ten wir lan­ge nicht im Büro. Alle kamen und beglück­wünsch­ten den Vor­sit­zen­den.“ Die an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­nen Anschul­di­gun­gen hät­te im Betrieb ohne­hin kaum jemand ernst genom­men.“

Auf dem Blog zieht der Betriebs­rat Bilanz: „2018 haben wir eini­ges zusam­men erlebt, eine vor­ge­zo­ge­ne Betriebs­rats­wahl, bei der die ver.di-Liste mit rund 70% der Stim­men ein star­kes Man­dat für die nächs­ten vier Jah­re erhal­ten hat, einen wei­te­ren, unsin­ni­gen Per­so­nal­ab­bau, den der Betriebs­rat zwar nicht völ­lig ver­hin­dern, aber wenigs­tens stop­pen konn­te, eine Fül­le von Gerichts­ver­fah­ren, in denen die Rich­te­rIn­nen der Inter­es­sen­ver­tre­tung in wesent­li­chen Punk­ten Recht gaben.

Aber wir haben auch vie­les ver­misst: • den wert­schät­zen­den Umgang mit den Beschäf­tig­ten, die mit ihrem Ein­satz den Laden am Lau­fen hal­ten • Maß­nah­men zur Sen­kung der nach­ge­wie­se­nen psy­chi­schen Belas­tun­gen, mit denen die Arbeit bei WELTBILD ver­bun­den ist  • einen nach­voll­zieh­ba­ren und kon­sis­ten­ten Plan, wie das Manage­ment WELTBILD in eine erfolg­rei­che Zukunft füh­ren möch­te…

Statt­des­sen ver­rann­te sich die Geschäfts­füh­rung in wech­seln­den Pro­jek­ten, die nie­mals fer­tig wer­den, und eröff­ne­te immer wie­der neue Neben­kriegs­schau­plät­ze. Die prä­gen­de Aus­ein­an­der­set­zung in die­sem Jahr war ohne Zwei­fel der Ver­such des Arbeit­ge­bers, den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den vor die Tür zu set­zen. Mit an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­nen Vor­wür­fen, für die es kei­nen ein­zi­gen Beweis gab, zog die Geschäfts­füh­rung vor Gericht und schei­ter­te voll­stän­dig. Statt­des­sen erzeug­te die ehr­ver­let­zen­de Atta­cke eine bun­des­wei­te Wel­le der Soli­da­ri­tät mit dem Betriebs­rat von WELTBILD.
Zeit also, um allen Unter­stüt­ze­rIn­nen Dan­ke zu sagen: Den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Betrieb, die ihren Betriebs­rat die gan­ze Zeit gestützt haben; den haupt- und ehren­amt­li­chen Funk­tio­nä­rIn­nen der ver.di, die bun­des­weit für Soli­da­ri­tät gewor­ben haben; den gewerk­schaft­li­chen Bil­dungs­trä­gern, allen vor­an dem Bil­dungs­zen­trum „Haus Bran­nen­burg“; den ande­ren DGB-Gewerk­schaf­ten in Augs­burg für ihre Mobi­li­sie­rung zu den Gerichts­de­mos; der Katho­li­schen Arbeit­neh­mer Bewe­gung (KAB) und der Betriebs­seel­sor­ge für ihren prak­ti­schen und per­sön­li­chen Bei­stand; und den vie­len, vie­len Freun­dIn­nen, Bekann­ten und Unbe­kann­ten, Kun­din­nen und Kun­den, die mit ihrer Teil­nah­me dem Pro­test gegen Betriebs­rats­mob­bing Gesicht und Stim­me gege­ben haben.“