Prosegur missachtet Arbeitsrechte und streicht Lohnfortzahlung wegen Streik

Der Kol­le­ge von Pro­se­gur trau­te sei­nen Augen nicht, als er im Febru­ar fest­stell­te, dass der Arbeit­ge­ber ihm im Janu­ar drei Krank­heits­ta­ge vom Lohn abge­zo­gen hat­te, obwohl er nicht am Streik teil­ge­nom­men hat­te. Auf sei­ner Lohn­ab­rech­nung war für die Kalen­der­ta­ge 02.–04. Janu­ar 2019 “Krank­Streik“ ver­merkt, obwohl er wegen Krank­heit gar nicht an dem drei­tä­ti­gen Streik teil­neh­men konn­te. Statt sich dafür zu ent­schul­di­gen ver­wei­gert Pro­se­gur bis heu­te die Nach­zah­lung des aus­ste­hen­den Lohns.

 

Trotz ein­deu­ti­ger Recht­spre­chung zur Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall wäh­rend eines Arbeits­kamp­fes miss­ach­tet die Geschäfts­füh­rung die Ansprü­che des Beschäf­tig­ten und igno­riert Geset­ze“, sagt Özay Tarim von der Gewerk­schaft ver­di. „Die Geschäfts­füh­rung han­delt rechts­wid­rig!“ Das Bun­des­ar­beits­ge­richt sei in sei­ner Rechts­spre­chung ein­deu­tig. Ist ein Beschäf­tig­ter bereits vor Streik­be­ginn erkrankt und setzt sich sei­ne Erkran­kung wäh­rend des Streiks fort, kann grund­sätz­lich nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass er sich ohne eine Erkran­kung am Streik betei­ligt hät­te. „Pro­se­gur will offen­sicht­lich die Beschäf­tig­ten abschre­cken, sich zukünf­tig an Arbeits­kämp­fen zu betei­li­gen“, meint Tarim. Der Geschäfts­füh­rer von Pro­se­gur stellt sich lie­ber taub und blieb der letz­ten Betriebs­ver­samm­lung fern, zu der der Betriebs­rat ein­ge­la­den hat­te, um die betrieb­li­chen Kon­fik­te und die rechts­wid­ri­gen Vor­ge­hens­wei­sen des Arbeit­ge­bers der letz­ten Mona­te zur Spra­che zu brin­gen. Die Betriebs­lei­tung in Düs­sel­dorf hat­te wäh­rend des Tarif­kon­flikts im Novem­ber eine ver­di-Infor­ma­ti­on über die Ver­stö­ße des Arbeit­ge­bers gegen die gül­ti­ge Betriebs­ver­ein­ba­rung zur Tou­ren­pla­nung vom „Schwar­zen Brett“ ent­fernt.

 

Nach einer gan­zen Serie von Warn­streiks hat­ten die Beschäf­tig­ten im Geld­trans­port­ge­wer­be um die Jah­res­wen­de deut­lich höhe­re Löh­ne erkämpft. BUn­des­weit hat­ten meh­re­re tau­send Beschäf­tig­te die Arbeit nie­der­ge­legt. Vie­le Geld­trans­por­ter blie­ben ste­hen. Der Han­del fürch­te­te bereits Bar­geld-Eng­päs­se. Der Tarif­ver­trag, der eine Lauf­zeit von zwei Jah­ren hat, sieht eine Anhe­bung der Löh­ne und Gehäl­ter in zwei Stu­fen zwi­schen 7,7 und 17,1 Pro­zent vor. Nach Infor­ma­tio­nen von ver­di hat­te Pro­se­gur in Düs­sel­dorf und Hagen Streik­bre­cher ein­ge­setzt.

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