Corona, Kurzarbeit & Securitas

7. Mai 2020

 

 

(gk) Corona macht auch vor der Flugsicherheit nicht halt. Auch dort gibt es Kurzarbeit. Das Problem: Die Branche gehört – trotz guter Tarifabschlüsse in den vergangenen Jahren – zum Niedriglohnsektor. Das gesetzliche Geld für die Kurzarbeit reicht oft nicht, damit Beschäftigte weiter ihre laufenden Kosten bestreiten können, z.B. Mieten, Leasing-Raten, Schulden.

Eine Geschäftsführung ist verpflichtet, zusammen mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung über Kurzarbeit auszuhandeln – und üblicherweise beinhaltet diese Vereinbarung einen Zuschlag des Arbeitgebers. Aber genau das versucht ausgerechnet der global player Securitas zu verhindern, während andere Sicherheitsdienstleister die gesetzlichen Bezüge für ihre Mitarbeiter*innen auf bis zu 90 Prozent des Gehaltes aufgestockt haben, berichtete verdi NRW.

Nach zähem Ringen und gewerkschaftlicher Unterstützung war es am 28.April schließlich zu einer Einigung über eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit mit der Securitas-Geschäftsführung gekommen. Die wurde allerdings – der Betriebsrat hatte bereits unterzeichnet – von der Geschäftsführung kurz darauf wieder zurückgenommen.

„Offenbar hat dann das sehr gute Ergebnis des Betriebsrates zur BV-Kurzarbeit im gesamten Securitas-Konzern für Unruhe gesorgt“, meint Özay Tarim von Verdi NRW,Marktführer Securitas fährt nämlich im gesamten übrigen Konzern eine Null-Cent-Aufstockungspolitik“. Der Betriebsrat am Flughafen Köln-Bonn war nun kurz davor, einen anderen Standard durchzusetzen und so Beschäftigte an anderen Standorten zu ermutigen, ebenfalls Zuschläge des Arbeitgebers zu erstreiten.

Während der Verhandlungen hatte die Geschäftsführung mit der betriebsbedingten Kündigung von fünf Mitarbeitern gedroht. Sie waren den betroffenen Mitarbeitern aber noch gar nicht nicht zugestellt worden und sollten das laut Securitas auch nicht werden, wenn eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat geschlossen würde, so Tarim gegenüber der „Kölnischen Rundschau“.

 

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