Neues Buch: Abwehrmethoden gegen Union-Busting

4. Dezember 2020

 

(gk) „Kampf um Mitbestimmung“ lautet der Titel des neuesten Buches zum Union-Busting. Der Buchtitel hat uns zwar nicht so gut gefallen, bedeutet „Mitbestimmung“ in der Praxis häufig doch nicht viel mehr als Co-Management und Standortsicherung, denen in der Regel Mitarbeiterinteressen untergeordnet werden. Aber damit hat das Buch zum Glück nichts zu tun. Der Untertitel „Antworten auf Union-Busting und die Behinderung von Betriebsräten“ trifft den Inhalt und das Anliegen deutlich besser.

Veröffentlicht sind die Ergebnisse einer Forschergruppe der Technischen Universität Chemnitz, die im Rahmen eines Projektes der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung zum Thema geforscht haben. Auch work-watch e.V. und „Fair im Betrieb“, mit denen wir bis Ende 2019 zusammen gearbeitet haben, trugen mit zum Gelingen der Studie bei und sind mehrfach im Buch erwähnt.

Der Schwerpunkt des Buches liegt – anders als bei anderen Veröffentlichungen zum Thema – nicht in der Analyse des Union-Bustings selbst, sondern vor allem in der Bewertung der Gegenwehr, ihrer Möglichkeiten und Grenzen. Beides stellen die Forscher*innen anhand mehrerer, im Detail beschriebenen Fallbeispiele dar. Unternehmen und die vielen interviewten Personen – Betriebsrät*innen, Gewerkschafter*innen, Kolleg*innen, in zwei Fällen sogar Manager*innen – sind allerdings anonymisiert, um Interviewpartner*innen nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Aber aufmerksame Leser*innen unseres Blogs werden sicher den ein oder anderen Fall wiedererkennen.

Das Buch kann kostenlos als pdf-Datei von der Verlagsseite herunter geladen werden.

Letztlich wird auch die Rolle von Organisationen wie work watch e.V. gewürdigt und in das Konfliktgeschehen eingeordnet. Bei der Vorstellung der Organisationen, bei der es auch um deren Finanzierung geht, ist leider nicht erwähnt, dass die Arbeit von work-watch e.V. rein spendenfinanziert ist.

 

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