Union Busting bei Levis Zulieferer in der Türkei

Textilbeschäftigte in der Türkei wechseln die Gewerkschaft – das Unternehmen Özak Tekstil reagiert mit Repression und kündigt 40 Näherinnen und Nähern.

Made in Turkey“, das gilt für viele der Klamotten in deutschen Läden. Die Türkei ist der größte Bekleidungsproduzent Europas. Dortige Fabriken fertigen für fast alle Top-Marken. Auch Levi’s lässt in der Türkei nähen – und hat bei einem Geschäftspartner jetzt ein massives Problem

Seit Wochen lehnen sich die Beschäftigten des Unternehmens Özak Tekstil gegen die Geschäftsführung auf, bestehen auf ihrem Recht, sich frei gewerkschaftlich zu organisieren, und fordern die Wiedereinstellung gefeuerter Kolleg;innen. Özak zählt zu den größten Textilherstellern in der Türkei und betreibt drei Produktionsstätten – eine davon befindet sich in Urfa, im Südosten der Türkei. In der dortigen Fabrik findet seit Wochen ein Gewerkschaftskampf statt.

Eigentlich hat bei Özak Tekstil die Gewerkschaft Öz Iplik Sen das Sagen, die als regierungsnah und arbeitgeberfreundlich gilt. Mit dem Unternehmen hat Öz Iplik Sen einen Tarifvertrag abgeschlossen, dessen Inhalt die Beschäftigten allerdings nicht kennen, wie der Internationale Gewerkschaftliche Arbeitskreis Köln (IGAKK) berichtet. Bekannt ist nur, dass die Beschäftigten im Werk Istanbul von Özak Tekstil 15 000 Türkische Lira (rund 460 Euro) zuzüglich Prämien erhalten, während die Näherinnen und Näher in Urfa nur den Mindestlohn von 11 400 Türkische Lira ohne Prämien bekommen.

Die Frankfurter Rundschau berichtet:

https://www.fr.de/wirtschaft/gewalt-bei-zulieferer-von-levis-tuerkei-92755011.html