31. Juli 2026

Kölner Bade-Bosse in Not

Gut siebzig Menschen haben sich am 31. Juli um halb zwölf vor dem Arbeitsgericht Köln versammelt, um den Bäder-Betriebsrat Martin zu unterstützen. Ver.di Köln und das Soli-Komitee hatten zur Kundgebung aufgerufen. Die Köln Bäder GmbH, eine kommunale Einrichtung unter dem Dach der Kölner Stadtwerke, will Martin loswerden und begründet die Kündigung mit angeblichem Arbeitszeitbetrug. Ein oft gewähltes Argument, wenn es gegen Betriebsräte geht, die Arbeitgebern ein Dorn im Auge sind.

So nun auch bei Martin, der bei seinen Bade-Obermeistern deshalb in Ungnade gefallen war, weil er ihre Personalpolitik als Personalabbau-Politik kritisiert hat.

Auf dem Gütetermin rührte sich die Chefetage nicht vom Fleck. Sie scheint warten zu wollen, bis es noch mehr Ärger gibt. Zum Beispiel durch eine Anfrage aus dem Kölner Stadtrat (Partei Die Linke), ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Betriebsräte- und Gewerkschaftszerschlagung – das sind die Vorwürfe, die auch die Unterstützer*innen vor dem Gerichtsgebäude formulierten. Bei einem kommunalen Unternehmen ein noch größerer Skandal als ohnehin.

Der Stadtrat wird sich fragen lassen müssen, ob der Angriff auf Arbeitnehmerrechte in den eigenen kommunalen Unternehmen zum schlechten Ton in Köln gehören soll. Es ist immerhin schon das vierte Mal, dass die Köln Bäder ein gewähltes Betriebsratsmitglied loswerden wollen.

Hat die Stadt Köln ein Problem mit dem Betriebsverfassungsgesetz und den Rechten von Beschäftigten?

Protestschreiben nimmt (un)gern entgegen: info@nullbaederkoeln.de