Rhenus-Logistics wegen Bossing unter Druck

Im April hat work-watch über die Versuche des Logistik-Konzerns Rhenus in seiner Mannheimer Filiale berichtet, den aktiven Gewerkschafter im Betriebsrat, Sebastian Cano, aus dem Betrieb zu mobben. Sebastian Cano wird aus zwei Richtungen schikaniert: von der anti-gewerkschaftlichen Betriebsratsmehrheit und von der Geschäftsführung.

 

Neue Attacken wurden im September vor dem Arbeitsgericht in Mannheim verhandelt: Sebastian Cano war ein weiteres Mal gekündigt worden, und zwar mit Zustimmung der arbeitgebernahen Betriebsratsmehrheit (zum 4. Mal mittlerweile!) und hat dagegen geklagt. Die Begründung für die Kündigung: er habe Mitarbeiterinnen aufgefordert, langsamer zu arbeiten und sich immer wieder in einem Pausenraum aufgehalten, zu dem er keinen Zutritt habe; die Mitarbeiterinnen hätten sich von dem Betriebsratsmitglied „belästigt“ gefühlt. Für Cano sind die Vorwürfe absurd; das Verhältnis zu seinen Kolleginnen sei im Gegenteil bestens.

Wie die örtliche Presse berichtete, wurde das Verfahren mit einer deutlichen Mahnung des Arbeitsrichters ohne Ergebnis vertagt. Wenn einer schwarz sage und der andere weiß, könne etwas nicht stimmen, habe Arbeitsrichter Holger Willer festgestellt. Angelogen zu werden – das könne er gar nicht leiden. Und er werde demjenigen auf die Schliche kommen, der lüge: „Für einen von Ihnen beiden wird das hier ein strafrechtliches Nachspiel haben“, kündigt der Richter an.

Der nächste Termin ist auf Mitte November angesetzt. Mindestens bis dahin ruht ein weiteres Verfahren, mit dem der Betriebsrat klären lassen wollte, ob seine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens rechtmäßig gewesen sei. Hier habe er seiner eigenen Aussage nach nur noch Kartons falten dürfen – allein, in einer zugigen Ecke. Häufig fiel das Wort Mobbing. Vorwürfe, die vollkommen haltlos seien, erwidert der Rechtsanwalt der Gegenseite. „Mobbing gibt es bei unserem Mandanten nicht.“

 

Das Solidaritätskomitee für Sebastian Cano bereitet weitere Aktivitäten zur Unterstützung von Sebastian Cano vor und bittet um Solidaritätsadressen für den Kollegen.

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