Die Deutsche Post DHL ist...

Die Deut­sche Post DHL nutzt offen­sicht­lich gna­den­los jede Chan­ce, sich gewerk­schafts­feind­lich auf­zu­füh­ren — wenn die Ver­hält­nis­se es her­ge­ben. In der Tür­kei sind die Ver­hält­nis­se, was Demo­kra­tie und Gewerk­schafts­frei­hei­ten betrifft, nicht beson­ders erfreu­lich. Genau da dockt der Post­kon­zern an und kün­digt Beschäf­tig­ten in der Tür­kei, die sich gewerk­schaft­lich orga­ni­sie­ren.

 

Am 4. Dezem­ber mel­de­te eine Inter­na­tio­na­le Kam­pa­gnen­sei­te von Trans­port­ge­werk­schaf­ten, der Euro­päi­sche Betriebs­rat von Deut­sche Post DHL habe des­halb im Novem­ber eine Reso­lu­ti­on ver­fasst, in der es heißt:

 

Wir for­dern, dass der Vor­stand die DHL-Unter­neh­mens­lei­tung in der Tür­kei dazu auf­for­dert, die unzu­mut­ba­re Situa­ti­on bei DHL Tür­kei auf fried­li­chem Wege bei­zu­le­gen. Kein Ange­stell­ter bei Deut­sche Post DHL darf wegen sei­nes Enga­ge­ments für Arbeits­rech­te und Gewerk­schaf­ten dis­kri­mi­niert wer­den. Wir erwar­ten eine kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit mit den Gewerk­schaf­ten in aller Welt.“

Die Erklä­rung wur­de dem Vor­stands­vor­sit­zen­den von DP-DHL Dr. Frank Appel am 21. Novem­ber zuge­stellt, der EBR war­tet nun auf die Ant­wort des Unter­neh­mens.

 

Die Kün­di­gung von Gewerk­schafts­mit­glie­dern in der Tür­kei ist kein Ein­zel­fall. Auch dar­über berich­tet das Por­tal der mit DP-DHL befass­ten Gewerk­schaf­ten:

DP-DHL wird kon­kret vor­ge­wor­fen, eine geziel­te Stra­te­gie zur Ein­schrän­kung der gewerk­schaft­li­chen Orga­ni­sa­ti­on in vie­len Län­dern, ein­schließ­lich in der Tür­kei, Indo­ne­si­en, Mala­wi, Viet­nam, Kolum­bi­en, Gua­te­ma­la, Hong­kong und der USA, zu ver­fol­gen. Die Ver­pflich­tung zur Wah­rung der Men­schen­rech­te ist zen­tra­ler Bestand­teil der OECD-Leit­sät­ze für mul­ti­na­tio­na­le Unter­neh­men eben­so wie kla­re Nor­men für die Arbeit­ge­ber-/Ar­beit­neh­mer­be­zie­hun­gen, wozu auch die Wah­rung des Rechts der Arbeit­neh­mer, Gewerk­schaf­ten zu grün­den oder ihnen bei­zu­tre­ten sowie das Recht auf Kol­lek­tiv­ver­hand­lun­gen gehört.”

 

In einer 36-sei­ti­gen Bro­schü­re „Unter­neh­me­ri­sche Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit” der Inter­na­tio­na­len Trans­port­ar­bei­ter-Föde­ra­ti­on vom Mai 2012 sind zahl­rei­che Fäl­le in aller Welt doku­men­tiert, die gewerk­schafts­feind­li­che Prak­ti­ken von DP-DHL nach­wei­sen. Sol­che Prak­ti­ken deut­scher Kon­zer­ne, sich über­all dort gewerk­schafts­feind­lich zu betä­ti­gen, wo es die jeweils natio­na­len Bedin­gun­gen her­ge­ben, sind nicht unüb­lich. Ähn­lich ver­fährt z.B. die Deut­sche Tele­kom (work-watch berich­te­te dar­über); die online-Zeit­schrift „ger­man-for­eign-poli­cy” berich­te­te über ver­gleich­ba­re Ver­hal­tens­wei­sen wei­te­rer deut­scher Groß­kon­zer­ne (s. auch www.arbeitsunrecht.de).

 

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