Burger King: Franchisenehmer dreht durch

Nach­dem sie im Mai 2013 mit ihrer Hol­ding 91 der über 700 Bur­ger King Filia­len über­nom­men haben, wol­len die zwei Eigen­tü­mer des Unter­neh­mens Ergün Yil­diz und Alex­an­der Kobol­ov so ziem­lich alles in den Müll wer­fen, was in den Filia­len nach Arbeits­schutz, Tarif­lohn oder Betriebs­rats­rech­ten riecht. In Aus­hän­gen und Rund­schrei­ben kün­dig­ten sie Tarif­re­ge­lun­gen und woll­ten die Betriebs­rä­te zwin­gen, nur noch nach der Arbeit ihre Auf­ga­ben zu erle­di­gen.

 

Wer Betriebs­ver­samm­lun­gen besu­che, berich­tet der Köl­ner Stadt­an­zei­ger, wer­de mit Ent­las­sung bedroht.  „Ganz offen­sicht­lich ver­sucht Yil­diz, die Beleg­schaft  mit Mafia­me­tho­den ein­zu­schüch­tern, bis sie alles wider­stands­los hin­nimmt“, sagt ein Mit­ar­bei­ter, der  nicht genannt wer­den möch­te.  Ein ande­rer berich­tet, er sei kör­per­lich bedroht wor­den, weil er die Betriebs­rats­ar­beit unter­stützt.”

 

Außer­dem, so berich­tet die Zei­tung, wür­den sämt­li­che Betriebs­ver­ein­ba­run­gen gekün­digt, Dienst­plä­ne ohne Mit­spra­che des Betriebs­rats erstellt, die Umklei­de­zei­ten nicht mehr als Arbeits­zeit ent­gol­ten, die Anzahl der Frei­ge­trän­ke begrenzt und Mit­ar­bei­ter an der Kas­se für Fehl­be­trä­ge ober­halb von 49 Cent haft­bar gemacht. „Bei Nicht­be­fol­gen sind dis­zi­pli­na­ri­sche Maß­nah­men (Abmah­nung) zu ergrei­fen“, heißt es in dem Papier, das Yil­diz sei­nen 3.000 Unter­ta­nen hat zukom­men las­sen (die Lis­te sei­ner Filia­len hat u.a. „Arbeits­un­recht” ver­öf­fent­licht).

 

Angeb­lich haben die Hau­de­gen Yil­diz und Kobol­ov nun Bes­se­rung geschwo­ren. Die Gewerk­schaft NGG infor­miert dar­über, das vom ein­schlä­gi­gen Unrechts­an­walt Hel­mut Nau­joks bera­te­ne Unter­neh­men habe erklärt, künf­tig die Geset­ze ach­ten zu wol­len. Ob sol­chem Papier­schwur Taten fol­gen, darf bezwei­felt wer­den. Die Hol­ding-Bos­se hat­ten immer­hin schon in der für Nau­joks übli­chen Manier Aus­hän­ge in den Filia­len anbrin­gen las­sen: „Unse­re Wirt­schafts­prü­fer haben fest­ge­stellt, dass Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Bur­ger King GmbH  schlim­men Miss­brauch betrie­ben haben“, heißt es dort. Rechts­an­walt Nau­joks ste­he bereit, um gegen die­se Mit­ar­bei­ter vor­zu­ge­hen. „Bit­te haben Sie kei­ne Angst, uns die Wahr­heit mit­zu­tei­len.“

 

Bis­lang aller­dings sind die Spal­tungs- und Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che nach hin­ten los­ge­gan­gen. Inner­halb weni­ger Wochen stieg in den 91 Bur­ger-King-Filia­len die Zahl der Betriebs­rä­te von 32 auf 38. Und der üble Gestank der Sozi­al­brä­ter aus der Bur­ger-Hol­ding dringt mitt­ler­wei­le ver­mehrt an die Öffent­lich­keit. Auch nicht gut für’s Geschäft…

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