IG Metall stellt Strafantrag...

Die Welt­fir­ma Natus in Trier zeigt sich — work-watch berich­te­te mehr­fach — im Umgang mit ihren Beschäf­tig­ten wenig welt­män­nisch, son­dern eher klein­ka­riert. Die gewerk­schafts- und betriebs­rats­feind­li­chen Atta­cken der Geschäfts­füh­rung haben in den letz­ten Mona­ten neue Tief­punk­te erreicht. Des­halb reicht es jetzt der zustän­di­gen Gewerk­schaft, der IG Metall. Sie hat die Reiß­lei­ne gezo­gen und die Staats­an­walt­schaft zu Ermitt­lun­gen auf­ge­for­dert.

Am 21.11. hat die IG Metall, ver­tre­ten durch ihren Ers­ten Vor­sit­zen­den Bert­hold Huber, einen Straf­an­trag gegen den Geschäfts­füh­rer von Natus, Dr. Kei­del, bei der Staats­an­walt­schaft in Trier ein­ge­reicht.

Zur Begrün­dung schreibt die IG Metall in Trier:
„Aus unse­rer Sicht ver­sucht Dr. Kei­del durch sein Vor­ge­hen die Arbeit des Betriebs­rats sys­te­ma­tisch zu behin­dern. Dies geschieht durch Ein­schüch­te­rung, Abmah­nun­gen sowie der zeit­li­chen Ein­gren­zung not­wen­di­ger Betriebs­rats­ar­beit.
Sein Vor­ge­hen zielt erfah­rungs­ge­mäß dar­auf ab, unbe­lieb­te Betriebs­rä­te mür­be zu machen und durch geschick­tes Vor­ge­hen dazu zu brin­gen, dass sie „auf­ge­ben“ oder das Unter­neh­men auf eige­nen Wunsch ver­las­sen.
Die meis­ten Fäl­le die­ser Art (wie sie auch in ande­ren Betrie­ben vor­kom­men, work-watch)  sind aller­dings schwie­rig nach­zu­wei­sen, nicht so bei Natus.
Das rüpel­haf­te Vor­ge­hen vor ca. acht Wochen, als er den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den erst abmahn­te, ihm dann Haus­ver­bot erteil­te und letzt­lich ver­such­te, die­sen zu kün­di­gen, stellt für uns ein­deu­tig ein betriebs­rats­feind­li­ches und nach unse­rer Rechts­auf­fas­sung auch ein straf­ba­res Ver­hal­ten dar.
Da es sich bei die­sen Vor­komm­nis­sen aus unse­rer Sicht nur um die Spit­ze des Eis­bergs han­delt, erhof­fen wir uns nun von dem Straf­an­trag, dass die wei­te­ren Vor­fäl­le in die Gesamt­be­wer­tung mit ein­be­zo­gen wer­den und die­ses Vor­ge­hen gegen ein­zel­ne Betriebs­rä­te der Geschäfts­füh­rung für die Zukunft abge­stellt wird.”

Der Ball liegt nun bei der Staats­an­walt­schaft. Es wird sich in den nächs­ten Wochen zei­gen, ob die Behör­de in der gebo­te­nen Unab­hän­gig­keit auch gegen ein in Trier bekann­tes und für die Stadt bedeu­ten­des Unter­neh­men ermit­telt. Oder ob es einen Pro­mi-Bonus gibt.

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