Berliner Charité: Kündigungsverfahren gegen Betriebsrat...

Am Mon­tag, 9. Dezem­ber 2013, fand vor dem Arbeits­ge­richt Ber­lin die ers­te Güte­ver­hand­lung wegen der außer­or­dent­li­chen Kün­di­gung des Betriebs­ra­tes und akti­ven Gewerk­schaf­ters Aaron Wil­liams durch sei­nen Arbeit­ge­ber, die Cha­rité Faci­li­ty Manage­ment (CFM), statt (work-watch berich­te­te).

Aaron wur­de gekün­digt, da er angeb­lich auf einer Betriebs­ver­samm­lung gesagt haben soll, dass BR-Mit­glie­der von der Geschäfts­lei­tung gekauft wur­den. Dies hat er zum einen nicht so gesagt, zum ande­ren hat ver.di tat­säch­lich wegen einer mög­li­chen Bestechung von Betriebs­rä­ten Straf­an­zei­ge gegen die Geschäfts­lei­tung der CFM gestellt.

Vor der Tür des Arbeits­ge­richts war­te­ten schon 40 ver.di Kol­le­g/-innen der CFM, der Cha­rité sowie ver.di Ver­trau­ens­leu­te von Vivan­tes und dem Unfall­kran­ken­haus Ber­lin. Auch eini­ge Kol­le­g/-innen der gkl (Gewerk­schaft kom­mu­na­ler Lan­des­dienst) waren vor Ort, Unter­stüt­zer der GEW sowie eine Mit­ar­bei­te­rin aus dem Büro der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jut­ta Krell­mann (Die Lin­ke).

Die Arbeit­ge­ber­sei­te lie­fer­te in der Ver­hand­lung eine schwa­che Vor­stel­lung. Das Ansin­nen, ein Ent­schul­di­gungs­schrei­ben von Aaron Wil­liams zu for­dern, das ein­schlie­ßen soll­te, er wür­de in Zukunft sol­che Äuße­run­gen nicht mehr täti­gen, wur­de auch von der Rich­te­rin als pro­ble­ma­tisch ein­ge­schätzt: Er kön­ne sich schwer­lich für etwas ent­schul­di­gen, was er aus sei­ner Per­spek­ti­ve nicht getan habe und zudem kön­ne man ja nicht etwas für die Zukunft aus­schlie­ßen, was inhalt­lich noch nicht genau­er defi­niert sei.

Die Kol­le­g/-innen vor Ort wer­te­ten den Vor­schlag als einen Ver­such der Arbeit­ge­ber­sei­te, Aaron für die Zukunft einen Maul­korb zu ver­pas­sen.

Der Ber­li­ner Tages­spie­gel schätz­te den Aus­gang des Ver­fah­rens so ein: „Doch die Arbeit­ge­ber­sei­te möch­te offen­bar wei­te­ren Streit abwen­den und reg­te an, W. sol­le sinn­ge­mäß erklä­ren, er sei even­tu­ell miss­ver­stan­den wor­den, die genann­te Aus­sa­ge habe er jeden­falls nicht tref­fen wol­len. Das Gericht hält die­sen Weg für emp­feh­lens­wert, der nächs­te Ter­min ist erst für April ange­setzt. Aaron W. sag­te, er wäge nun ab. Ein etwai­ges Ver­fah­ren durch alle Instan­zen könn­te jeden­falls bis zu zwei Jah­ren dau­ern. In die­ser Zeit kön­ne er sich nicht in der CFM-Betriebs­rats­ar­beit enga­gie­ren, sag­te W., dies wol­le er aber wei­ter tun – und 2014 erneut als Betriebs­rat kan­di­die­ren.“

Wir wer­den wei­ter berich­ten.