Hyundai quält weiterhin gewerkschaftliche Betriebsräte

work-watch hat bereits mehr­fach über die Metho­den berich­tet, mit denen Hyun­dai Deutsch­land gewerk­schaft­li­che Betriebs­rä­te drang­sa­liert, mit Pro­zes­sen über­zieht, mit Abmah­nun­gen und Kün­di­gun­gen schi­ka­niert und akti­ve betriebs­rät­li­che Tätig­keit blo­ckiert. Aus einem Augen­zeu­gen­be­richt:

 

Bereits vom Anfang an wur­de die BR Arbeit zuerst kri­ti­siert, die IGM Betriebs­rats­mit­glie­der dif­fa­miert, um dann beruf­lich ent­we­der unter- oder über­be­las­tet zu wer­den. Dies in einem erkenn­bar wech­seln­dem Rhyth­mus, immer mit der zeit­li­chen Fokus­sie­rung auf ein­zel­ne IGM-Betriebs­rats­mit­glie­der, mit der Hoff­nung einen Keil zwi­schen die IGM-Betriebs­rats­mit­glie­der trei­ben zu kön­nen. Tat­säch­lich sind alle acht IGM-Ersatz­mit­glie­der und ein IGM-Mit­glied ent­we­der gekün­digt wor­den, sel­ber gegan­gen oder haben auf­ge­ge­ben. Dazu wur­den alle denk­ba­re Mit­tel ange­wen­det, von Gehalts­kür­zung bis Schrei­ben an die Fami­li­en­mit­glie­der,  kurz stän­di­ge Behin­de­run­gen aller Art. Bis es dann zu einer Unter­schrift­lis­te kam, wo die Mit­ar­bei­ter auf­ge­for­dert wur­den, ihre Unzu­frie­den­heit über die Arbeit des BRs zu äußern. Das Haupt­ziel die­ser Unter­schrif­ten­lis­te war es, die Betriebs­rats­mit­glie­der der mate­ri­el­len Vor­teil­nah­me zu beschul­di­gen. Inter­es­san­ter­wei­se ist der Orga­ni­sa­tor die­ser Akti­on der dama­li­ge Vor­ge­setz­ter des vor­he­ri­gen IGM Betriebs­rats­vor­sit­zen­der. Jetzt ist er sel­ber stell­ver­tre­ten­der Betriebs­rats­vor­sit­zen­der und Mit­glied der AUB.”
Vor etwa einem Jahr hat­te die IG Metall gegen die Poli­tik von Hyun­dai Beschwer­de bei der OECD ein­ge­legt. Die­se „Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung” ist ein west­li­ches Staa­ten­bünd­nis, das das „freie” Unter­neh­mer­tum und den glo­ba­li­sier­ten Kapi­ta­lis­mus för­dert und ver­brei­tet. Sozia­lis­ti­scher Umtrie­be ist es sicher nicht ver­däch­tigt, es mahnt aller­dings hin und wie­der, es möge bei der Kapi­ta­li­sie­rung der Welt nicht all­zu bru­tal zuge­hen.

 

Nun hat die „Natio­na­le Kon­takt­stel­le” der OECD in Ber­lin der Beschwer­de der IG Metall inso­weit Recht gege­ben, als sie Hyun­dai zu einer Media­ti­on auf­ge­for­dert hat, um den Kon­flikt beson­ders im Werk Rüs­sels­heim zu ent­schär­fen. Hyun­dai aller­dings ver­wei­gert sich. „Ein bis­lang ein­ma­li­ger Vor­gang”, kom­men­tiert die IG Metall. Sicher­lich muss die IG Metall ange­sichts der Hart­nä­ckig­keit, mit der Hyun­dai gegen Gewerk­schaf­ter im dor­ti­gen Werk vor­geht, nun här­te­re Ban­da­gen anle­gen, will sie in die­sem Welt-Unter­neh­men nicht als zahn­lo­ser Mops daste­hen. Hyun­dai jeden­falls hat sei­ne Vor­rei­ter­rol­le als bis­si­ger Tiger gegen Arbeit­neh­mer­rech­te noch längst nicht auf­ge­ge­ben.