Aus Liebe zum Menschen: DRK...

Aus Lie­be zum Men­schen lau­tet das Mot­to des “Deut­schen Roten Kreu­zes, DRK. Nun hat der Kreis­ver­band Ober­lahn e.V.  den berüch­tig­ten Rechts­an­walt Peter Wal­lisch aus Bad Hom­burg enga­giert, um die Kün­di­gung des Betriebs­rats­vor­sit­zen­den durch­zu­setz­ten.

 

Peter Wal­lisch ist ein erfah­re­ner „Betriebs­rats­kil­ler“, so das ARD-Maga­zin Pan­ora­ma in sei­ner Sen­dung „Die Raus­schmei­ßer — Feu­ern um jeden Preis“. In dem Fern­seh­bei­trag pack­te erst­mals ein Detek­tiv aus, der im Auf­trag des Düs­sel­dor­fer Betriebs­rats­fres­sers Hel­mut Nau­joks Betriebs­rä­te bespit­zelt hat­te, um Kün­di­gungs­grün­de zu kon­stru­ie­ren. Wal­lisch trat wie­der­holt als Ver­tre­tung von Nau­joks in Arbeits­ge­richts­pro­zes­sen gegen Beleg­schafts­ver­tre­ter-innen auf, unter ande­rem gegen Betriebs­rä­te des Pfle­ge­kon­zerns MK Kli­ni­ken AG.

 

Das DRK betrei­be Uni­on Bus­ting, heißt es in einem anony­men Schrei­ben, das work-watch zuging. Tat­säch­lich sprä­chen „vie­le Fak­to­ren dafür, dass die Geschäfts­füh­rung des DRK Ober­lahn einen unge­wünsch­ten Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter mit allen Mit­teln los­wer­den und die Beleg­schaft ein­schüch­tern will“, zitiert die Frank­fur­ter Neue Pres­se den DGB-Regi­ons­ge­schäfts­füh­rer Frank­furt-Rhein-Main, Phil­ipp Jacks. Der Ver­eins­vor­stand hat­te den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den frist­los gekün­digt, weil er vor ein­ein­halb Jah­ren der Anwei­sung, einen Ret­tungs­wa­gen von Wir­be­lau in die Kern­stadt zu fah­ren, nicht sofort nach­kam.

 

Tat­säch­lich scheint es dem DRK Ober­lahn offen­sicht­lich dar­um zu gehen, „einen unbe­que­men Betriebs­rats­vor­sit­zen­den, der sich für die Rech­te und die Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen der Mit­ar­bei­ter enga­giert und ein­setzt, zu zer­mür­ben, los­zu­wer­den und mund­tot zu machen“, so DGB-Mann Jacks. Nach­dem das Arbeits­ge­richt Wies­ba­den dem Betriebs­rat in ers­ter Instanz recht gab, leg­te die Geschäfts­füh­rung nach und kün­dig­te dem Ret­tungs­dienst­fah­rer erneut. Die­ses Mal, weil der stell­ver­tre­ten­de Ret­tungs­dienst­lei­ter angeb­lich nicht mehr mit dem Betriebs­rats­vor­sit­zen­den zusam­men­ar­bei­ten woll­te. „Druck­kün­di­gung“ nennt man die­se mie­se Tour. Weil Mit­glie­der des Betriebs­rats inzwi­schen auf Druck der Geschäfts­lei­tung von ihrem Amt zurück­tra­ten, muss das Gre­mi­um jetzt neu gewählt wer­den.

 

Hin­ter­grund die­ses Fal­les von Betriebs­rats-Bos­sing ist ein Kon­flikt um eine Betriebs­ver­ein­ba­rung zum The­ma Über­stun­den, heißt es in dem anony­men Schrei­ben an work-watch. Der Betriebs­rat habe so näm­lich erfolg­reich ver­hin­dern kön­nen, dass Beschäf­tig­te unbe­zahl­te Über­stun­den leis­ten müs­sen. Der Kreis­ver­band habe das nicht akzep­tiert und wol­le den Betriebs­rat aus dem Weg zu räu­men und auf Kos­ten der Beleg­schaft fet­te Über­schüs­se ein­zu­strei­chen. Das ist tat­säch­lich nicht von der Hand zu wei­sen. So grün­de­te der fin­di­ge Kreis­ver­band eine neue Gesell­schaft im Pfe­ge­be­reich, die nicht dem DRK-Tarif­ver­trag unter­liegt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Beschäf­tig­ten der neu­en Gesell­schaft müs­sen jeden­falls erheb­li­che Nach­tei­le in Kauf neh­men, beim Geld und bei der Alters­ver­sor­gung.