Etappensieg für Betriebsrat am Flughafen Köln Bonn

Das Arbeits­ge­richt Köln hat den Antrag von Pond Secu­ri­ty, die Zustim­mung des Betriebs­rats zur Kün­di­gung ihres Kol­le­gen  zu erzwin­gen, heu­te abge­lehnt.

 

Der Arbeit­ge­ber hat­te die außer­or­dent­li­che Kün­di­gung des enga­gier­ten Betriebs­rats mit dem Haus­ver­bot von FedEx begrün­det. Wir berich­te­ten. Der Mann, der seit 15 Jah­ren in der Gefahr­gut­kon­trol­le im Sicher­heits­be­reich des Flug­ha­fens Köln-Bonn arbei­tet, könn­te des­halb nicht mehr beschäf­tigt wer­den, behaup­te­te der Arbeit­ge­ber. Doch das über­zeug­te das Gericht nicht. Denn das ist ganz offen­sicht­lich vor­ge­scho­ben. Schließ­lich sucht Pond Secu­ri­ty der­zeit hän­de­rin­gend Kon­troll­kräf­te für ande­re Auf­trag­ge­ber im Flug­ha­fen. Ein ent­spre­chen­des Stel­len­an­ge­bot leg­te die Anwäl­tin des Betriebs­rats bei der Gerichts­ver­hand­lung vor. Kein Wun­der, das Fracht­ge­schäft in Köln-Bonn boomt.

 

Der FedEx-Kon­zern hat­te dem Betriebs­rat Ende April Haus­ver­bot mit der faden­schei­ni­gen Begrün­dung erteilt, sei­nen Arbeits­platz ver­las­sen zu haben, um mit einem Kol­le­gen ein Betriebs­rats­ge­spräch zu füh­ren. Der Arbeit­ge­ber setz­te ihn noch am sel­ben Tag vor die Tür, zahlt ihm seit­dem sei­nen ver­trag­li­chen Lohn nicht mehr und ver­lang­te vom Betriebs­rat die Kün­di­gung. Der Betriebs­rat hat­te sich immer wie­der für die Inter­es­sen von Kol­le­gen, eine gerech­te Bezah­lung sowie die Ein­hal­tung von Arbeits­schutz- und Sicher­heits­be­stim­mun­gen am Flug­ha­fen, enga­giert und so den Zorn von Pond und FedEx auf sich gezo­gen. Weni­ge Tage nach einem Betrag im WDR über Sicher­heits­män­gel am Flug­ha­fen wur­de der akti­ve Gewerk­schaf­ter von einem Unbe­kann­ten sogar mas­siv bedroht. Der Kol­le­ge erstat­te­te dar­auf­hin Straf­an­zei­ge. Die Ermitt­lun­gen der Poli­zei ver­lie­fen aller­dings im San­de.

 

Das ist nicht der ers­te Fall von Bos­sing bei Pond Secu­ri­ty. Bereits 2004 wur­den vier Betriebs­rä­te, die das US-Kon­su­lat in Frank­furt bewach­ten, gekün­digt, nach­dem die diplo­ma­ti­sche Ver­tre­tung ihnen ohne Anga­be von Grün­den die Ein­satz­ge­neh­mi­gung ent­zo­gen hat­te. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ein abge­kar­te­tes Spiel, um die betrieb­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tung zu zer­schla­gen und die Beleg­schaft zu ver­un­si­chern. Der Köl­ner Kol­le­ge lässt sich jedoch nicht ein­schüch­tern und hat gegen das Haus­ver­bot und wegen Behin­de­rung sei­ner Betriebs­rats­tä­tig­keit Kla­ge ein­ge­reicht. Über das Beschluss­ver­fah­ren ver­han­delt das Arbeits­ge­richt Köln am 7. Novem­ber.

 

Wir las­sen nie­man­den allein“, sagt Özay Tarim, Sekre­tär der Gewerk­schaft ver­di, der gemein­sam mit zahl­rei­chen Kol­le­gen zum soli­da­ri­schen Pro­zess­be­such gekom­men war, um dem Betriebs­rat den Rücken zu stär­ken.