XXXL expandiert weiter

(gk) XXXLutz hat noch lange nicht genug auf dem Weg zur Nr. 1 der Möbelhäuser in Europa: Wie Anfang des Jahres bekannt wurde, übernimmt der Konzern nun auch das mehr als 100 Jahre alte Familienunternehmen Müllerland mit seinen Einrichtungshäusern in Görgeshausen (Rheinland-Pfalz) und Hennef (Nordrhein-Westfalen). Insgesamt arbeiten in beiden Häusern 300 MitarbeiterInnen. Nur die Genehmigung durch das Kartellamt steht noch aus, wird aller Voraussicht nach aber erteilt werden.

 

Bereits am 9. November 2017 hatte das Bundeskartellamt die Übernahme von Möbel Buhl durch XXXLutz genehmigt. Die beiden Standorte in Fulda und Wolfsburg mit insgesamt rund 80.000 qm und 500 Mitarbeitern gehören nun ebenfalls zum Imperium der Österreicher.

 

Die Berichterstattung darüber in zahlreichen Zeitungen, z.B. der Rhein-Zeitung, der Nassauischen Neuen Presse oder der Rhein-Sieg-Rundschau, erwähnt erstaunlicherweise mit keinem Wort das betriebs- und gewerkschaftsfeindliche Gebahren von XXXL, das in den vergangenen Jahren bekannt geworden ist. Nicht nur work-watch, sondern auch überregionale Tageszeitungen und politische Magazinsendungen bei ARD und ZDF berichteten über Fälle in München, Mannheim und Oberhausen, in denen Betriebsrätinnen und Betriebsräte sowie engagierte und kranke Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter mit fragwürdigen Mitteln und dubiosen Geschäftskonstruktionen vor die Tür gesetzt wurden, nachdem XXXL bereits bestehende Möbelhäuser übernommen hatte.

 

Unter einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Müllerland scheint sich das aber dennoch herumgesprochen zu haben. Ihre Sorgen beschwichtigt Stephan Müller, gemeinsam mit seinem Bruder Christoph Geschäftsführer des inhabergeführten Möbelhauses. Laut XXXLutz sei es „das Ziel, möglichst alle Mitarbeiter entsprechend ihrer Qualifikation und Erfahrung weiterhin einzusetzen. Sollte dies in Einzelfällen direkt vor Ort nicht möglich sein, bieten zum Beispiel auch die umliegenden XXXLutz-Standorte vielfältige Jobangebote“, so Müller am 10.Januar in der Nassauische Neue Presse.

 

Andernorts hat das gegen die Mitbestimmung und Mitarbeiterinteressen gerichtete Geschäftsgebahren von XXXL schon Konsequenzen für das expandierende Möbelhaus aus Österreich gehabt: Wegen der kritischen Berichte über XXXL hatte die Göttinger Kurth GmbH im August 2017 Verkaufsverhandlungen abgebrochen und stattdessen Gespräche mit anderen Möbelmarktbetreibern aufgenommen, berichtete das Göttinger Tageblatt.