Was zuerst wie ein einmaliger Vorgang ausschaute, der Versuch nämlich, ein gewähltes Betriebsratsmitglied rauszuwerfen, hat anscheinend System bei der Köln-Bäder GmbH. Es ist nämlich seit Bestehen der GmbH bereits das vierte Betriebsratsmitglied, das die Geschäftsleitung loszuwerden versucht.
Der erste Kollege wurde 2011 gekündigt, wie auch im aktuellen Fall widersprach der Betriebsrat der Kündigung. Das scherte die Geschäftsleitung wenig, sie ließ den Mitarbeiter sozusagen am ausgestreckten Arm verhungern, konkret: sie stellte ihn frei, nahm ihm also die Arbeit, zerstörte seinen Alltag – bis der Kollege das Handtuch warf und „freiwillig“ die Bäder verließ. Bis 2019 sollten dann zwei weitere Betriebsratsmitglieder dran glauben und den Betrieb verlassen. Den heftigsten Angriff musste vor 10 Jahren der Gewerkschaftssprecher der Vertrauensleute erleben. Doch das ging schief für die Bad-Verantwortlichen: die zuständige Gewerkschaft Ver.di protestierte, der Fall wurde öffentlich – und peinlich für die Chefetage, weil sie in diesem wie in allen anderen Fällen dem Gekündigten nichts Handfestes vorwerfen konnte.
Der öffentliche Protest zeigte Wirkung: noch bevor das Arbeitsgericht über die Kündigungsschutzklage des Kollegen entscheiden musste, zog die Geschäftsleitung die Kündigung zurück.
Es klappte also mit dem Widerstand innerhalb und außerhalb des Betriebes. Eine Lehre, die bis heute gilt: anscheinend gibt es in der Köln-Bäder GmbH Kräfte, die mit den Rechten von Beschäftigten nichts am Hut haben und die Keule schwingen, wenn Mitarbeiter stark, selbstbewusst und durchsetzungsfähig sind. Und auch noch für andere Kolleg*innen eintreten. Union-Busting, Gewerkschaftszerschlagung zu deutsch, und Betriebsrats-Zerstörung heißen die Schlagworte, die eine solche rabiate Personalpolitik kennzeichnen.
Am 31.7. wird die erste Verhandlung gegen das aktuell gekündigte Betriebsratsmitglied stattfinden. Um 12:15 Uhr vor dem Arbeitsgericht Köln, Blumenthalstraße 33.
Eure Teilnahme ist erwünscht! Und gern auch Solidaritätsadressen an das Solidaritätskomitee: jobauer@nullposteo.de.
Protestbriefe richtet bitte an die Köln-Bäder-GmbH: info@nullkoelnbaeder.de
