King Naujoks als Burger

Vom Ram­bo zum King — Hel­mut Nau­joks, der Unrechts-Anwalt fürs Gro­be — ist bei Bur­ger King ein­ge­stie­gen und unter­stützt die Yil­di­z/­Ko­bol­ov-Hol­ding, die 91 der 700 Bur­ger-King-Filia­len über­nom­men hat, mit dem Knüp­pel. Dank sei­ner umfang­rei­chen Erfah­rung in Sachen Bos­sin­g/­U­ni­on-Bus­ting ver­klagt die Hol­ding das Frank­fur­ter Betriebs­rats­mit­glied Choud­ha­ry auf 49.000 Euro. Der Betriebs­rat habe, so die erstaun­li­che Begrün­dung, in den letz­ten zwei Jah­ren nichts getan. Weil „nur” als Betriebs­rat tätig, was offen­sicht­lich für Köni­ge im Bur­ger-Pelz kei­ne Arbeit ist, sol­le er jetzt sei­nen in die­ser Zeit erhal­te­nen Lohn zurück­zah­len.

 

Die Atta­cke von Yildiz/Kobolov/Naujoks soll­te nach mensch­li­chem und recht­li­chen Ermes­sen nach hin­ten los­ge­hen: die Klä­ger ent­hül­len mit der Kla­ge immer­hin ihr tie­fes Unver­ständ­nis vom Sinn und Zweck des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes. Noch mehr sogar: wer mit soviel Gebrüll und Keu­len­schwung auf einen Betriebs­rat los­geht, ist ein Betriebs­rats­be­hin­de­rer (was mit einem Jahr Haft bestraft wer­den kann), der sich sel­ber auf fri­scher Tat ertappt.

 

Bleibt abzu­war­ten, wie das Arbeits­ge­richt Frank­furt am 15.8. (10:50 Uhr) die Ange­le­gen­heit bewer­tet.

 

Die zustän­di­ge Gewerk­schaft NGG berich­tet noch von zwei wei­te­ren Keu­len­schlä­gen der Naujok’schen Art:

Ein Betriebs­rats­mit­glied wird im Rah­men eines Ver­fah­rens vor dem Arbeits­ge­richt mit Schadensersatz/Schmerzensgeldansprüchen wegen angeb­li­cher Mob­bing­hand­lun­gen gegen­über einer Kol­le­gin kon­fron­tiert. Die angeb­lich gemobb­te Kol­le­gin wuss­te aller­dings nichts von der Ein­lei­tung des Ver­fah­rens oder einer Beauf­tra­gung des für Herrn Yil­diz täti­gen Rechts­an­wal­tes und hat sich mit einem vor­sorg­li­chen Man­dats­ent­zug sowie der Auf­for­de­rung, das Ver­fah­ren zurück­zu­neh­men, deut­lich von die­ser Vor­ge­hens­wei­se distan­ziert.

Einem wei­te­ren Betriebs­rats­mit­glied wird nach Aus­wer­tung ver­wa­ckel­ter Han­dy­auf­nah­men – die­se sei­en in Form eines Sticks anonym an den Vor­ge­setz­ten wei­ter­ge­lei­tet wor­den — ein Dieb­stahl im Jah­re „2011“ vor­ge­wor­fen. Der Vor­trag in dem dar­auf­hin ein­ge­lei­te­ten Gerichts­ver­fah­ren wegen Zustim­mung zu einer frist­lo­sen Kün­di­gung ist allen­falls als über­sicht­lich zu bezeich­nen und ver­deut­licht, dass es der Bur­ger­king GmbH ein­zig und allein dar­um geht, eine Droh­ku­lis­se im Form von immer wei­te­ren Pro­zes­sen auf­zu­bau­en und das Betriebs­rats­mit­glied mit die­sen Anschul­di­gun­gen im Betrieb zu iso­lie­ren.

 

Nau­joks geht nach Dreh­buch vor. Ein­falls­reich ist das nicht. Bes­ten­falls rüh­rig. Aber gefähr­lich durch­aus, solan­ge man ihn nicht durch­schaut. Wei­te­re aktu­el­le Infos auf face­book.

Kommentare sind geschlossen.